Die Omega-Uhren, welche Marktschätzungen zufolge rund ein Drittel des Gruppenumsatzes ausmachen, hätten im eigenen Retail ein starkes Wachstum von 20 Prozent zu konstanten Wechselkursen erreicht, heisst es von Swatch am Dienstag. Neu macht der eigene Verkauf bei Omega über 40 Prozent des Umsatzes aus.
Konzernweit steigerte die Swatch Group den Umsatz im ersten Halbjahr um 2,0 Prozent auf 3,12 Milliarden Franken (bereinigt: plus 8,5 Prozent). Getragen wurde das Wachstum vor allem vom US-Markt (plus 27 Prozent) sowie von der Erholung in China (plus 9 Prozent im Retail-Bereich). Der Betriebsgewinn sank auf 52 Millionen, der Reingewinn auf 16 Millionen Franken.
Das Omega-Wachstum sei zum Teil auf Marketinginvestitionen zurückzuführen, insbesondere als offizieller Zeitnehmer der Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina (persoenlich.com berichtete).
Hype um Audemars-Piguet-Uhr
Mit Blick auf die Marke Swatch nennt der Konzern zwar keine Wachstumszahlen, verweist aber auf die verschiedenen erfolgreichen Innovationen der jüngsten Zeit. So sei etwa die Zusammenarbeit mit Audemars Piguet seit ihrem Start am 16. Mai «ein unvergleichlicher weltweiter Erfolg».
Die Nachfrage nach Royal Pop habe das Angebot bei weitem überstiegen, und dieser Hype werde noch Monate andauern, heisst es dazu. Die neue Royal-Pop-Kampagne habe auch den Verkauf von MoonSwatch und Scuba Fifty Fathoms, den anderen Uhren-Kooperationen mit Omega und Blancpain, gesteigert.
Das sieht auch ZKB-Analyst Gian Marco Werro so: Die Marke Swatch, welche schätzungsweise rund 10 Prozent des Gruppenumsatzes ausmache, habe aktuell starken Rückenwind durch die «AP X Swatch»-Kollaboration und andere Produktlancierungen (Moonswatch 1969) mit sehr starker medialer Wirkung und Potenzial für Umsatzsynergien innerhalb der Marke Swatch, kommentierte er.
Hayek nimmt USA erneut aufs Korn
Anlässlich des Jahrestags der ersten Mondlandung am 21. Juli 1969 hat die Uhrengruppe jüngst eine neue Moonswatch lanciert. Das Modell aus mattschwarzer Biokeramik mit Bestandteilen aus 18-karätigem Gold ist auf 1969 Stück limitiert und kostet 500 Franken.
Im Verkaufsprozess für dieses Modell nimmt Swatch den ESTA-Antrag, den Menschen für die Einreise in die USA ausfüllen müssen, auf die Schippe: Für die neue Uhr braucht es ebenfalls ein ausgefülltes «ESTA»-Formular: eine «Electronic Swatch Timepiece Application».
Vergangenes Jahr hatte Swatch-CEO Nick Hayek bereits eine Uhr als Protest gegen die US-Zölle von 39 Prozent für Schweizer Produkte lanciert. Auf dem Ziffernblatt des Modells namens «What If … Tariffs» waren unter anderem die Zahlen 3 und 9 vertauscht angeordnet, sodass sich die Zahl 39 ergab. (awp/sda/cbe)

