Herr Bachmann, erzählen Sie uns kurz, woher Gottlieber Hüppen kommt.
Begonnen hat es mit Frauenpower. 1928, vor bald 100 Jahren, übernahm Elisabeth Wegeli das Waffeleisen ihrer Nachbarin und legte den Grundstein für das Unternehmen. Wegeli kam auf die Idee, die bisher leeren Röllchen mit Schokolade zu füllen. Der Erfolg liess nicht lange auf sich warten. Die feinen Waffeln, die im Dorf Gottlieben schon seit Jahrhunderten gebacken werden, hatten bereits 100 Jahre vor der Firmengründung eine prominente Anhängerschaft: Königin Hortense de Beauharnais Bonaparte, die auf dem nahegelegenen Schloss Arenenberg lebte, liebte die Gottlieber «Gaufrettes» – wie sie damals noch hiessen. Auch ihr Sohn, der spätere Kaiser von Frankreich, Napoleon III., soll dann ein begeisterter Anhänger der Gottlieber Spezialität gewesen sein.
Wo steht Gottlieber Hüppen heute?
«Gottlieber» ist ein klassischer Mittelstands-Premium-Brand. In unserem Sortiment sind neben den bekannten Hüppen-Schokoladenspezialitäten wie Tartufi oder Cacaomandeln, Brotaufstrich und Trinkschokolade auch Tee und Kaffee zu finden. Unser Markt liegt hauptsächlich in der Schweiz und im nahen Ausland. Über 50 Prozent des Umsatzes erzielen wir über den direkten Kanal: Internetshop, eigene Läden und Firmenkundengeschenke. Der restliche Teil des Umsatzes kommt zum grossen Teil über den Retail.
«Fast jede Person, ob alt oder jung, hat unser Produkt gerne»
Wer konsumiert Gottlieber Hüppen vorwiegend?
Die Bandbreite ist sehr breit. Fast jede Person, ob alt oder jung, hat unser Produkt gerne. Gottlieber Produkte werden vielfach zu speziellen Gelegenheiten verschenkt oder in einem gemütlichen Moment, wie etwa beim Lesen oder mit Gästen selbst genossen.
Mit welchen Werbemitteln machen Sie auf Ihre Neuigkeiten aufmerksam?
Mittels Sponsorings haben wir zum Beispiel im TV die Sendung «Lifestyle» unterstützt. Wir unterstützen aber auch viele Events im Kulturbereich (Musik, Theater, Kultur), gestalten Plakate oder versenden unsere Produktbroschüre als Beilage in verschiedenen Printmagazinen. Zudem versenden wir unsere Infos auch direkt an unsere Kundinnen und Kunden (Hauszeitung und Produktbroschüre). Digital sind wir auf verschiedenen Social-Media-Plattformen aktiv.
Gewisse politische Kreise in den Gemeinden und Kantonen, aber auch national, fordern Werbeverbote auf Lebensmittel. Wie beurteilen Sie diese Debatte?
Ich finde dies zutiefst bedenklich, antidemokratisch, populistisch – ein krasser Verstoss gegen die Wirtschaftsfreiheit. Es unterbindet jegliche Selbstverantwortung der Bevölkerung und untergräbt das Vertrauen des Staates in die mündigen Bürgerinnen und Bürger. Wer dies nicht endlich erkennt, ist einfach nur naiv. Zudem ist das erst der Anfang der Regulierungen. Dies notabene in einem Land, in dem die Menschen noch nie so alt wie jetzt wurden und es noch nie einen so grossen Wohlstand, beste Gesundheitsvorsorge und Bildung gab. Dies geschah dank einem liberalen Wirtschaftssystem mit freien und mündigen Menschen, die Verantwortung tragen. Wir sind im Moment vor der Schwelle, unsere Freiheit mit der Angst zu tauschen und in schnellen Schritten alles aufzugeben, was unsere Eltern und Grosseltern aufgebaut und beschützt haben. Freiheit heisst Selbstverantwortung, mit allen guten, aber auch schlechten Seiten. Da gibt es nicht nur das eine oder das andere.
Konkret betroffen sind Lebensmittel, die WHO-Standards nicht erfüllen. Sind selbst Lebensmittel, die legal verkauft werden, gefährlich für die Gesundheit?
Selbstverständlich, und das gilt nicht nur für Schokolade, sondern grundsätzlich für alles, mit dem man den Menschen Angst machen kann. Paracelsus sagte es: Nichts ist Gift – alles ist Gift: Nur die Menge macht es aus. Statt Sport in den Schulen und Vereinen zu fördern und diejenigen Familien/Personen zu sensibilisieren, die mit der Selbstverantwortung ein Problem haben bzw. der Meinung sind, der Staat müsse ihre Probleme lösen, will man Symptome bekämpfen. Wer übermässig Süssigkeiten konsumiert, hat nicht ein Problem mit den Werbeverlockungen, sondern dies hat vielfach ganz andere Ursachen. Aber auch wer dauernd in der Angst lebt, das Falsche zu essen, und sich ständig an der jeweils neuesten Studie zum Thema orientiert, das Essen gar zur Religion erhebt, dem schadet die seelische Angst gesundheitlich viel mehr als alles schlechte Essen dieser Welt. Das weiss mittlerweile jeder ganzheitlich denkende Mediziner.
Welche Folgen sehen Sie für Ihr Unternehmen, sollten Sie Ihre Produkte nicht mehr bewerben können?
Viele kleinere Unternehmen wie wir gingen wohl unter, und neue Unternehmen kämen nicht mehr auf den Markt, weil sie nicht mehr auf sich aufmerksam machen könnten. Grosse Unternehmen würden irgendwann vom Staat abhängig gemacht und subventioniert.
«Das Leben würde sehr langweilig werden und an Farbe verlieren»
Konsumentinnen und Konsumenten möchten sich über Produkte informieren und von Neuheiten erfahren. Die Werbung ist ein wichtiges Mittel dazu. Was würde es für Ihre Kundschaft bedeuten, wenn sie sich nicht mehr informieren könnte?
Das Leben würde sehr langweilig werden und an Farbe verlieren. Innovationen würden es schwer haben und Unternehmen in einer der schönsten Branchen vielleicht längerfristig abwandern oder verschwinden.
Falls Werbeverbote für Lebensmittel tatsächlich umgesetzt würden, hätte dies Signalwirkung. Müssen sich auch andere Branchen, die noch nicht im Fokus sind, Sorgen machen?
Selbstverständlich. Ich verstehe darum nicht, weshalb die Werbe- und Marketingbranche, aber auch die grossen Retailer sich nicht ganz klar positionieren und sich wehren. Wer meint, Kompromisse machen zu müssen, verliert ganz. Auch die Verleger schlafen und müssten eigentlich alarmieren und wachrütteln. Sie merken nicht, dass auch an ihrem Ast gesägt wird. Unter dem Deckmantel der Angst werden sie missbraucht, um eine ganz neue, fiese Intoleranz einzuführen. Halbstaatlich finanzierte Organisationen wie die WHO wollen die Menschen vom Leben und von Selbstverantwortung beschützen, dies im Gegensatz zu den alten hehren Zielen, wie die medizinische Grundversorgung aller Menschen auf dieser Welt zu ermöglichen. Die Selbstverantwortung der Menschen zu beschränken, hat, wie jeder Mensch weiss, in der Vergangenheit noch nie zu mehr Glück, Gesundheit oder gar Wohlstand geführt. Nach George Bernard Shaw: «Freiheit heisst Verantwortung, das ist der Grund, warum die meisten Menschen sich vor ihr fürchten.» (red)
Das Interview ist zuerst in der Sonderausgabe «Werbefreiheit» erschienen, dies als Beilage zur Juni-Ausgabe der Printausgabe von persönlich.
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22.07.2025 10:58 Uhr

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