23.01.2020

WEF Davos

Werber loben den Flaschen-Tweet der Migros

Der «orange Riese» hat auf Twitter einen viralen Hit gelandet. Der Seitenhieb gegen US-Präsident Donald Trump wurde hundertfach retweeted. «Relevant», «gelungen», «Ziel erreicht», sagen Kommunikationsexperten zur Social-Media-Aktion.
von Christian Beck

Ein Migros-Tweet wurde hundertfach retweeted und kontrovers diskutiert. «Der Post mit der Handy-Flasche wurde sehr unterschiedlich interpretiert und hat entsprechend diverse Reaktionen ausgelöst, von witzig bis empört», bilanziert Migros-Sprecherin Cristina Maurer Frank am Donnerstag auf Anfrage von persoenlich.com.

Der Tweet kam aus heiterem Himmel – und spielte sich auch dort ab. Am Dienstag postete das Social-Media-Team ein Bild eines Heissluftballons, der die Form einer Abwaschmittel-Flasche hatte. Im Hintergrund zu sehen: US-Helikopter. Dazu der Text: «Gesichtet: Orange Flasche auf dem Weg nach Davos.» (persoenlich.com berichtete).


Ob das Social-Media-Team für den Tweet – und den identischen Facebook-Post – von der Migros-Geschäftsleitung Lob oder Tadel erntete, ist unbekannt. «Zu Internas geben wir keine Auskunft», so die Sprecherin.

«Den Mutigen gehört die Welt»

Viel Lob für den Flaschen-Tweet gibt es von den Schweizer Kreativen. «Relevant, gute Einbindung des eigenen Produkts, modern», fasst Daniel Zuberbühler, Mit-Gründer von Sir Mary, die Aktion zusammen. «In meinem Umfeld wurde der Tweet abgefeiert. Ein Beweis für ‹Lieber Lovers und Haters als keine Relevanz› und ‹Kurze Entscheidungswege sind das A und O in der Social-Media-Kommunikation.›»

Auch Yvan Piccinno, CEO Wunderman Thompson, schlägt ähnliche Töne an: «Den Mutigen gehört die Welt! Ein gelungenes Beispiel dafür, dass Marken durchaus Haltung einnehmen können. Zudem eine ‹Just In Time Marketing›-Umsetzung, welche die Bezeichnung verdient.»

«Die Idee ist humorvoll, man macht sich lustig über Trump, das ist einfach – der ist ja per se karikatural. Zu einfach, auf der allgemeinen Trump-Bashing-Welle mitzufliegen?», wirft Joséphine Schöb, Kommunikationsleiterin von MetaDesign in Zürich, die Frage in den Raum. Und beantwortet sie gleich selber: «Ja, vielleicht. Sauglattismus? Ja, vielleicht. Aber Fakt ist, der Tweet hat Wellen geschlagen. Aus Marketingsicht Ziel also erreicht.» Auch aus Markenperspektive würde es passen: «Die Migros ist mit ihrem Duttweiler-Erbe seit jeher gesellschaftspolitisch engagiert und auch für ihre Kommunikation mit Augenzwinkern bekannt – und beliebt.»

«Fast schon ikonisch»

Mit dem Tweet verbinde die Migros ein banales Produkt mit weltbewegender Aktualität. Lukas von Wartburg, Business Director bei Heimat Zürich, findet dies sehr gelungen. «Es ist zwar untypisch schweizerisch mutig, gleichzeitig aber im typisch schweizerischen Migros-Humor. Das macht diesen Tweet, so klein die Massnahme ist, fast schon ikonisch.»

Auch Pam Hügli, CEO und Partner bei Serviceplan Suisse, findet für den Migros-Tweet nur lobende Worte: «Ich finde es eine fröhliche Einzelaktion mit Aktualitätsbezug. Man sollte diese nicht zu Tode analysieren, sondern einfach seinen Spass daran haben …»



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Kommentare

  • Victor Brunner, 25.01.2020 09:19 Uhr
    Migros-Tweet frisch und keck, peinlich dass er all die negativen Meldungen der oder über die Migros der letzten Monate kascheieren soll!

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