05.08.2021

Marketing Tag 21

«Wir haben vieles für die Tonne produziert»

Aufgrund der steigenden Coronavirus-Ansteckungen wird der Event erneut verschoben. Uwe Tännler, Präsident vom Swiss Marketing Forum, sagt, welche Überlegungen zu diesem Entscheid geführt haben und wie es nun weitergeht.
Marketing Tag 21: «Wir haben vieles für die Tonne produziert»
«Wir befinden uns nach wie vor im Blindflug und sind auf verlässliche Vorhersagen angewiesen», so Uwe Tännler, Präsident Swiss Marketing Forum. (Bild: zVg)
von Matthias Ackeret

Herr Tännler, Sie haben den Marketing Tag, der am 19. August im Kongresshaus stattgefunden hätte, zum zweiten Mal abgesagt (persoenlich.com berichtete). Was ist der Grund?
Die neusten Entwicklungen und Informationen des Bundes zur Lage der Pandemie, wonach die Zahlen wieder rasant steigen und Mutationen die Bevölkerung verunsichern, haben uns zu diesem Schritt gezwungen. Das Organisationskomitee kann die Verantwortung zur Durchführung eines Indoor-Tages-Events in der Grössenordnung von rund 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht tragen. Es fehlt die Planungssicherheit, und das Risiko von Ansteckungen und Quarantäne ist im Markt nach wie vor spürbar. Swiss Marketing Forum steht speziell am Marketing Tag für «Face to Face». Online kann den persönlichen Kontakt nicht ersetzen. Daher ist die angedachte Möglichkeit, den Event hybrid durchzuführen, keine Option.

Wäre eine Durchführung mit Sicherheitsbestimmungen wie Covid-Zertifikaten nicht möglich gewesen?
Mit den berühmten «3G» – geimpft, genesen und getestet – aktuell eventuell ja. Über das persönliche Wohlbefinden zur eigenen Gesundheit macht sich jedoch jeder Einzelne seine eigenen Gedanken. Viele Fragen bleiben dabei unbeantwortet: Wie entwickelt sich die Pandemielage bis zum Event? Kann ich mich bezüglich meiner eigenen Gesundheit sicher fühlen? Soll ich an einem Indoor-Gross-Event teilnehmen, an welchem ich mich dem Risiko einer Ansteckung aussetze oder anschliessend in Quarantäne gehen muss? Die Verunsicherung in unserer Zielgruppe – Wirtschaft, KMU – ist spürbar.

«Die Enttäuschung ist gross, das uns entgegengebrachte Verständnis jedoch auch»

Was bedeutet diese Absage für Sie als Veranstalter?
Einmal mehr müssen wir auf das Verständnis unserer treuen Partner hoffen. Die Enttäuschung ist gross, das uns entgegengebrachte Verständnis jedoch auch. Das freut uns. Für uns alle bedeutet das einmal mehr, vieles für die Tonne produziert zu haben, und damit nicht zuletzt ein erneuter finanzieller Schaden.

Haben Sie bereits eine Ersatzveranstaltung geplant?
Kreative Ansätze sind bereits vorhanden. Wir planen, die MXA-Award-Verleihung im Herbst online durchzuführen. Die aktuelle Entscheidung zur erneuten Verschiebung hat uns noch keinen Raum für Details gelassen. Zurzeit fahren wir den Event so weit wie möglich wieder runter, konservieren Ideen, Produktionen etc. und holen erst mal tief Luft. Über die weiteren Schritte werden wir so bald wie möglich informieren. 

Wie haben das Kongresshaus, aber auch die Beteiligten auf Ihren Entscheid reagiert?
Wie erwähnt, durchwegs sehr positiv und verständnisvoll. Man bedauert den Entscheid, kann diesen jedoch unter den gegebenen Umständen sehr gut nachvollziehen. «3G» allein löst das Problem nicht, denn die Gesellschaft sucht primär nach persönlicher Sicherheit!

Konkret: Wann findet der nächste Marketing Tag in gewohntem Rahmen statt?
Dazu kann ich zum jetzigen Zeitpunkt beim besten Willen nichts sagen. Wir befinden uns nach wie vor im Blindflug und sind auf verlässliche Vorhersagen angewiesen. Offen bleibt, woher diese kommen sollen.



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