17.02.2016

NZZ-Regionalmedien

«Ich pflege in allen Kantonen gute Beziehungen»

Pascal Hollenstein leitet ab dem Frühjahr 14 Regionaltitel des «St.Galler Tagblatt» und der «Neuen Luzerner Zeitung». Gegenüber persoenlich.com sagt der 45-Jährige, wie er von den Mitarbeitern in St.Gallen und Luzern empfangen wurde, und welchen Bezug er zu den beiden Regionen hat.
NZZ-Regionalmedien: «Ich pflege in allen Kantonen gute Beziehungen»
von Michèle Widmer

Herr Hollenstein, Sie waren am Mittwoch als neuer Super-Chefredaktor zu Besuch auf den Redaktionen des «St. Galler Tagblatt» und der «Neuen Luzerner Zeitung». Wie wurden Sie von den Mitarbeitern begrüsst?
Gute Journalisten sind kritisch und stellen intelligente Fragen. In den NZZ-Regionalmedien arbeiten gute Journalisten.

In den Regionalredaktionen herrscht aufgrund des Spardrucks Unmut. Mit welchen Worten haben Sie sich an die Angestellten gerichtet?
Unmut habe ich nicht gespürt. Selbstverständlich gibt es noch Unsicherheiten darüber, was diese Veränderung im Redaktionsalltag konkret bedeuten wird. Ich hoffe, dass es mir gelungen ist, die Chancen dieser Veränderung zu vermitteln. Mit dieser neuen Struktur können wir unser publizistisches Profil sowohl im Regionalen als auch im Überregionalen stärken und unsere Produkte gemeinsam verbessern.

Sie werden ab dem Frühjahr in der Redaktion in St. Gallen sowie in Luzern ein Büro haben. Wie teilen Sie die Präsenz zeitlich auf?
Das weiss ich noch nicht. Sicher ist, dass ich an beiden Standorten präsent sein werde.

Die beiden Redaktionen liegen zirka zwei Autostunden voneinander entfernt. Wie regeln Sie das logistisch? 
Ich werde tageweise in Luzern und St. Gallen arbeiten. Mein Wohnort liegt ideal dazwischen.

Sie sind im Thurgau aufgewachsen und haben Ihre journalistische Karriere in der Ostschweiz gestartet. Welchen Bezug haben Sie zur Innerschweiz?
Als Inlandchef der «NZZ am Sonntag» habe ich mich mit allen Kantonen intensiv auseinandergesetzt und pflege in allen Kantonen gute Beziehungen.

Künftig verantworten Sie bei insgesamt 14 Regionaltiteln die Berichterstattung über nationale Themen. Zuvor haben dies die jeweiligen Chefredaktoren getan. Wie beurteilen Sie dies in Bezug auf die Meinungsvielfalt?
Es gibt auch in der nationalen Politik Themen, bei welchen die regionale Optik wichtig ist. Ein Beispiel ist der Finanzausgleich. Dem werden wir selbstverständlich Rechnung tragen. Gleichzeitig erlaubt uns die neue Struktur, uns im Überregionalen als starke und anspruchsvolle publizistische Stimme in der Zentral- und Ostschweiz zu positionieren, die über eine halbe Million Leserinnen und Leser erreicht.

Das Befinden der beiden Regionen ist ja nicht immer deckungsgleich. Wie wollen Sie Entscheide aus Bern für die Ostschweiz und die Zentralschweiz zugleich beurteilen?
Das muss ich nur teilweise. Wir haben in der Zentral- und in der Ostschweiz sehr gute Redaktorinnen und Redaktoren, die ihre Regionen und die jeweiligen Befindlichkeiten bestens kennen. Darauf kann ich mich verlassen.

Wo verorten Sie sich politisch?
Ich bin bürgerlich-liberal.

Philipp Landmark und Thomas Bornhauser wollten sich nicht als «Regionalleiter» zurückstufen lassen und treten nun ab. Wie heftig waren die Diskussionen intern?
An diesen Gesprächen war ich nicht beteiligt.

Die Nachfolger der beiden sind noch nicht bestimmt. Werden interne Interessenten bevorzugt?
Wir haben es mit zwei gefestigten Redaktionen zu tun, in denen hervorragende Leute arbeiten. Vor diesem Hintergrund hat eine interne Lösung sicher Vorrang.

Und, weiss man schon mehr: Wer übernimmt Ihre Stelle als Inlandchef und stv. Chefredaktor bei der NZZaS?
Da ich meinen Nachfolger nicht selber einstelle, kann ich diese Frage nicht beantworten. Das entscheidet Felix E. Müller.

Dieses Interview wurde schriftlich geführt. 



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Kommentare

  • Martin Huser, 18.02.2016 10:01 Uhr
    Geschliffen farblose Aussagen mit passendem Portrait-Bild. Schlechte Werbung in eigener Sache.
  • Pierre Rothschild, 18.02.2016 11:22 Uhr
    Bedenklich, zwei grosse Tages-Zeitungen haben eine normale Struktur verdient. Aber man muss ja schon froh sein, wenn man einen Schweizer Publizisten nimmt und nicht einen "Fachmann" aus Deutschland!

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