03.06.2018

Tamedia

118 Experten nehmen ihre Arbeit auf

Im Juni starten die Expertenzirkel. Wer dabei ist, erhält 500 Franken extra. Die Selektion des Personals ist laut NZZ jedoch intransparent. Selbst für einige Auserwählte.
Tamedia: 118 Experten nehmen ihre Arbeit auf
Die neue Funktion «Experte» soll die Transformation bei Tamedia fördern. (Bild: Keystone/Gaëtan Bally)

Kaum wurde bekannt, dass Tamedia für sein Redaktionspersonal den neuen Status «Experte» einführen will, gab es auch schon Kritik. Das System führe zu einer Zweiklassengesellschaft innerhalb der Belegschaft, hiess es im März (persoenlich.com berichtete).

Im Juni läuft nun das Projekt an. 118 Redaktoren wurden als Experten in Gruppen zugeordnet: Recherche, Nachrichtenaufbereitung, Dossierkompetenz/Analyse, Reportage/Feature, Lokaljournalismus, Interview, Storytelling, Datenjournalismus, Community/User-Experience, Infografik, Video und Fotografie. Die Auserwählten erhalten bei Vollbeschäftigung einen Zuschlag von 500 Franken pro Monat, plus Spesen für Ausbildungszwecke in der Höhe von 2500 Franken, heisst es in der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Samstag. Eine Million Franken lasse sich Tamedia dieses Projekt kosten.

Die Aufgabe der Experten: Fachwissen aneignen, an Gruppentreffen teilnehmen und Wissen an Anlässen firmenweit vermitteln. Laut einem Intraneteintrag gehe es auch darum, die «Kompetenzentwicklung innerhalb der Organisation für die digitale Transformation» und den internen Know-how-Transfer zu beschleunigen. Die Auswahl der Experten sei derweil intransparent. «Ein Blick in die Namenliste der Expertenzirkel stärkt den Verdacht, dass die Qualitätsfrage bei der Selektion des Personals nicht immer an oberster Stelle stand», schreibt NZZ-Redaktor Rainer Stadler. Selbst einigen Auserwählten scheine nicht ersichtlich, wie sie zu der Ehre gekommen seien. (cbe)

 


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Gotthard Andermatt
03.06.2018 20:11 Uhr
"Die Aufgabe der Experten: Fachwissen aneignen, an Gruppentreffen teilnehmen und Wissen an Anlässen firmenweit vermitteln." - Ich arbeitete vor Jahren einmal einige Zeit beim "Tages-Anzeiger". Es gab dort schon damals Redaktoren, die kaum je bedeutende Beiträge schrieben(schon gar nicht in der kurzen Zeit, die zur Verfügung stand). Dafür machten sie sich an diversen Redaktionssitzungen, Kadermeetings und was es dergleichen in rasch wachsender Zahl gab, umso wichtiger und unentbehrlicher. Die Zeitung aber haben andere gemacht...
Sebastian Renold
03.06.2018 16:38 Uhr
Wem man etwas gibt, dem kann man jederzeit auch wieder etwas nehmen. Wer einmal "auserwählt" wurde, möchte für immer "Experte" bleiben. Auf diese Weise schafft man Angepasste. Und diese hatten es beim "Tagi" schon immer leichter!
Kommentarfunktion wurde geschlossen
Neue Podcast-Folge: Jetzt reinhören