Mit dem Auftritt des ehemaligen französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy startete am Freitag der zweite Tag des Swiss Economic Forum in Interlaken. Abschlusshöhepunkt am Nachmittag war das Referat von Arianna Huffington von "The Huffington Post". Während der vergangenen zwei Tage diskutierten rund 1350 Teilnehmende im Rahmen des Konferenzthemas "The Big Shift" wichtige Veränderungen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, wie der Veranstalter am Freitag mitteilte.
Der zweite SEF-Tag 2014 startete mit dem mit grosser Spannung erwarteten Auftritt des ehemaligen französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy. Im Gespräch mit Moderator Franz Fischlin zeigte sich der 59-Jährige überzeugt, dass Europa ein Strukturproblem habe. "Wir haben keine Konjunkturschwäche. Die Arbeitslosigkeit ist nur eine Folge des Problems, nicht die Ursache."
Heute gebe es, bezogen auf die EU, zwei Europas. Jenes der 18, und jenes der 28 Länder. "Diese Realität müssen wir anerkennen", so der studierte Jurist und Politikwissenschaftler. Seiner Meinung nach muss sich die EU der 18 Länder mehr integrieren, während sich die 28 Länder desintegrieren sollten, damit Europa stark und konkurrenzfähig bleibt. "Letztendlich ist es eine Lüge, dass alle Mitgliedsländer der EU die gleichen Rechte und Pflichten haben. Manche haben mehr Pflichten."
Wunderdroge Schlaf
In ihrem Referat rief Arianna Huffington (im Bild oben), die Gründerin, Präsidentin und Chefredaktorin der weltweit meist gelesenen Online-Zeitung "The Huffington Post", die Entscheidungsträger dazu auf, mehr zu schlafen und auch dafür zu sorgen, dass ihre Mitarbeiter zu genügend Erholung kommen. "Müdigkeit und Ausgebranntheit sind die Todfeinde von Kreativität", erklärte sie. Es komme auf die Qualität nicht auf die Quantität der Arbeit an. "Schlaf und Erholung sind Wunderdrogen ohne Nebenwirkungen", warb die 63-jährige Mutter zweier erwachsener Töchter.
Ausserdem redeten ABB-CEO Ulrich Spiesshofer, Xerox-Chairwoman Ursula M. Burns, Rohstoffhändlerin Margarita Louis-Dreyfus, Bestseller-Autor Jeremy Gutsche, Chocolatier Daniel Bloch, die Unternehmer Peter Spuhler und Anton Meyer, Ex-Profisnowboarder Alain Chuard, Autorin und Menschenrechtsaktivistin Mende Nazer aus dem Sudan und Pascal Jaussi, CEO von Swiss Space Systems.
Enorme Nachfrage
Die Teilnahmeplätze des Swiss Economic Forum sind auf 1350 Personen beschränkt. Die Geschäftsleitung verfolgt eine Qualitätsstrategie und wird den Anlass quantitativ nicht ausbauen. Seit neun Jahren ist die Nachfrage nach den Teilnahmeplätzen grösser als das Angebot. Aus diesem Grund werden sie jeweils unter notarieller Aufsicht zugelost. In diesem Jahr konnten rund 700 Personen nicht berücksichtigt werden und mussten auf die TV-Live-Übertragung auf SRF verwiesen werden. (pd)
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