03.06.2003

Goldbach Media

2002 noch tiefer in den roten Zahlen

Gewinnschwelle im laufenden Jahr angepeilt.

Das Medienunternehmen Goldbach Media hat 2002 unter der Talfahrt der Wirtschaft gelitten. Die Internet-Krise zwang die Gruppe zum Ausstieg aus der Produktion von Inhalten fürs weltweite Netz. Wegen millionenschweren Abschreibern wurde der Verlust noch grösser.

"Es ist unbestritten ein garstiges Jahr gewesen", sagte Geschäftsführer Klaus Kappeler an der Bilanzmedienkonferenz am Dienstag in Küsnacht ZH. Zwar sei der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 22.9 Prozent auf 141.7 Mio. Fr. gestiegen und habe damit die gesteckten Ziele erreicht. Der Erfolg in der Vermarktung von Werbung für Radio und TV sei überdurchschnittlich gewesen.

Dagegen sei das Geschäft mit journalistischen Inhalten fürs Internet "weggestorben", sagte Kappeler. Der Einbruch des Internet-Werbemarktes liess viele Unternehmen aus dem weltweiten Datennetz aussteigen. So hätten Banken, Versicherungen oder die Post nach und nach sich von ihren Zukunftsplänen verabschiedet.

Notverkäufe

Goldbach Media habe dies in allen Ländern schmerzlich zu spüren bekommen: Die wichtigsten Partner seien weggebrochen. Die kurzfristige Annulation von Portal-Verträgen erforderte die Beschränkung auf die Vermarktung von Werbung für elektronische Medien.

Goldbach Media verkaufte das Finanzportal Moneycab und den Nachrichtenkanal Swisscontent an deren Management und trennte sich von B&J Fastline. In Deutschland wurde die ActiveAgent GmbH eingestellt und die Suchtreffer AG neu strukturiert. Zudem werden 49 Prozent von Hitradio Z an den französischen Medienkonzern NRJ (sprich: énergie) veräussert, sofern das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) den Deal absegnet.

Teure Restrukturierungen

Die Restrukturierung riss ein grosses Loch in die Kasse: Abschreibungen, Amortisationen, Sondereffekte und Wertberichtigungen kosteten 16.6 Mio. Franken, wie Finanzchef Mario Hrastnig sagte. Der Betriebsverlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) kletterte von 7.2 Mio. Fr. auf 20.8 Mio. Franken. Unter dem Strich weitete sich der Reinverlust von 9.4 Mio. Fr. auf 16.8 Mio. Fr. aus. Der Fehlbetrag nagte weiter am Fundament der Gruppe: Das wirtschaftliche Eigenkapital schmolz von 11.4 Mio. Fr. auf 6.3 Mio. Franken.



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