Lanciert haben das Protestschreiben die Schauspielerinnen Tamara Cantieni und Anikó Donath. Zu den prominenten Unterzeichnenden zählen neben anderer Kultur- und Show-Prominenz Leute wie Beat Schlatter, Regula Esposito, Christa Rigozzi oder Marc Sway. Sie reagierten damit auf den Entscheid der SRF-Führung, «Gesichter & Geschichten» im Rahmen der sparbedingten Ab- und Umbaumassnahmen aus dem Programm zu streichen. SRF werde auch künftig über Gesellschaftsthemen berichten, aber nicht mehr mit einer eigenen Sendung.
An Wappler, Wille und Cina adressiert
Der offene Brief wurde online von fast 5000 Personen unterzeichnet. Er ist an SRF-Direktorin Nathalie Wappler, die SRG-Generaldirektorin Susanne Wille und an SRG-Verwaltungsratspräsident Jean-Michel Cina gerichtet.
Aus Sicht der Unterzeichnenden bietet die Sendung eine Plattform, um «interessante Menschen», Bücher, Filme, Theaterstücke, Musikalben oder Comedy-Programme einem breiten Publikum vorzustellen. Für viele Kulturschaffende sei die Sendung oft die einzige Möglichkeit, «eine grössere Öffentlichkeit zu erreichen» und auf ihre Arbeit aufmerksam zu machen.
Entsprechend habe die Entscheidung tiefe Besorgnis und «grosses Unverständnis» ausgelöst. Unter den Kulturschaffenden sind gemäss Text unter anderem Theatermacher, Konzertveranstalter, Künstlerinnen und Künstler, Buchhandlungen und Buchverlage.
Der offene Brief ist nicht der erste öffentliche Widerstand gegen die Sparpläne von SRF. Am Samstag etwa demonstrierten mehrere hundert Personen in Basel gegen die Abschaffung des Wissenschaftsmagazins und Kürzungen beim Kulturjournalismus auf SRF 2 Kultur (persoenlich.com berichtete). Auch Petitionen gibt es eine ganze Reihe gegen die Sparmassnahme. (sda/nil)

