03.10.2013

Deutschland

56 Zeitungen bieten Bezahlmodelle an

Paid Content wird "langsam salonfähig".
Deutschland: 56 Zeitungen bieten Bezahlmodelle an

In den Medien werden Paywalls oder Metered-Models als Bezahlmethoden für Internet-Content täglich besprochen. Nachdem die NZZ die Anzahl Paywall-Abonnemente steigern konnte und auf einen weiteren Trend gen Wachstum setzt (persoenlich.com berichtete), ist nun bekannt, dass auch in Deutschland bereits 56 Zeitungen für ihren Online-Inhalt bezahlen lassen. Dies gab der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDVZ) am Mittwoch an einer Medienkonferenz bekannt. "Die deutschen Zeitungen seien auf einem guten Weg, eine Bezahlkultur für journalistische Inhalte auch im Internet zu etablieren", zitiert W&V den Verband. Bezahlmodelle für journalistische Inhalte werden "also langsam salonfähig", wie es horizont.net formuliert.

Die Steigerung der Paid-Content-Angebote bedeutet 30 Prozent gegenüber dem letzten Jahr (vgl. Titelbild). Zu den Erlösen, die mit den Bezahlmodellen generiert werden, äusserte sich der Verband jedoch nicht.

Wie aus der Analyse weiter hervorgeht, bedienen sich rund 70 Prozent der Verlage des Freemium-Models, bei welchem die Redaktionen bestimmen, welchen Inhalt sie gegen Bezahlung anbieten möchten. Des Metered-Models, bei welchem die Bezahlbarriere erst runtergeht, nachdem einige Artikel kostenlos gelesen wurden, machen rund 25 Prozent der Anbieter Gebrauch . Fünf Prozent der Verlage stellen des Weiteren sämtliche redaktionellen Beiträge kostenpflichtig zur Verfügung. Ein Medienhaus "setze auf eine freiwillge Bezahlung", fass W&V zusammen.

Der BDVZ schloss aus der Analyse, dass die Menschen bereit seien "für gute Inhalte auch in der digitalen Produktwelt der Verlage zu bezahlen". Die Vertriebs- und die Werbeumsätze müssten jedoch gesteigert werden, um "erfolgsversprechende Geschäftsmodelle der Verlage" zu garantieren.

Die "Welt" aus dem Hause Axel Springer war letztes Jahr die erste grosse Zeitung, welche Inhalt gegen Bezahlung anbot. Diesem Beispiel folgte laut horizont.net kurz darauf das Boulevardblatt "Bild" aus dem selben Medienunternehmen. "Zeit", "Süddeutsche Zeitung" und "Frankfurter Allgemeine Zeitung" zogen nach.

Wie die Untersuchung weiter zeigt, können die Leser bei rund zwei Dritteln der Medienhäuser zwischen einem Online-Abonnement - auch kombiniert mit dem E-Paper - oder dem Kauf eines Tagespasses entscheiden. Dabei bieten circa 28 Prozent der Zeitungen nur digitale Abonnemente an, während fünf von Hundert Publikations-Unternehmen einzelne Artikel zum Kauf anbieten.

Hier kann eingesehen werden, welchen Bezahlmodellen sich welche Zeitungen bedienen. (lf)

 

 


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