22.01.2014

Tamedia

Abbau von 25 Stellen bei Zürcher Regionalzeitungen

"Landbote", "Zürichsee-Zeitung" und "Zürcher Unterländer" noch näher zusammen.
Tamedia: Abbau von 25 Stellen bei Zürcher Regionalzeitungen

 

Kein Stein bleibt auf dem anderen: Nachdem Tamedia mit dem Kauf des Winterthurer "Landboten" nun den gesamten Verbund der Zürcher Regionalzeitungen (ZRZ) besitzt, macht sich der Medienkonzern an die Umstrukturierung. Diese kostet die Regionalzeitungen rund 25 Stellen, wie Tamedia am Mittwoch mitteilte.

Die ZRZ-Blätter kooperieren schon seit einiger Zeit untereinander. Künftig wird ihre Zusammenarbeit noch gestrafft. Die bisher unabhängigen und dezentral arbeitenden Sport-, Service- und Onlineredaktionen sowie die Produktion und das Korrektorat werden in Winterthur zusammengeführt. Umsetzen wird diese Neuorganisation laut Mitteilung Chefredaktor Benjamin Geiger zusammen mit seinen Stellvertretern Jakob Bächtold ("Landbote"), Cyprian Schnotz ("Zürcher Unterländer") sowie Michael Kaspar und Martin Steinegger ("Zürichsee-Zeitung").

Neue Kantonalredaktion in Winterthur
Für die Berichterstattung aus Kanton und Stadt Zürich ist neu eine in Winterthur angesiedelte Kantonalredaktion zuständig. Bisher besorgte dies die "Landbote"-Redaktion für alle ZRZ-Blätter. Neu ist dafür eine gemeinsame Redaktion aller Partner unter der Leitung von Patrick Gut ("Zürichsee-Zeitung") zuständig.

Aus den Regionen berichten Regionalredaktionen in Winterthur ("Landbote"), Bülach ("Unterländer"), Stäfa, Horgen und Rapperswil SG ("Zürichsee-Zeitung"). Ab 14. Juni Kooperation mit "BZ" Im Inland- und Ausland-Teil arbeitet der ZRZ-Verbund eng mit der "Berner Zeitung" (BZ) zusammen. Diese Kooperation gelte ab 14. Juni, wie Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer auf Anfrage sagte.

Von den Neuerungen betroffen ist auch der Verlag Zürcher Regionalzeitungen. Dieser ist künftig vollständig zuständig für den Inserateverkauf der Winterthurer Zeitungen "Landbote" und "Stadtanzeiger", heute ist er es grösstenteils. Die Redaktion des "Winterthurer Stadtanzeigers" wird in den Verlag integriert.

Stellenabbau in Redaktion und Verlag
Die Umstrukturierung zieht Stellenverschiebungen und einen Abbau von rund 25 der heutigen 165 Vollzeitstellen in Winterthur, Bülach und Stäfa nach sich. Der grössere Teil des Abbaus erfolge in den Redaktionen, sagte Zimmer. Aber auch beim Verlag verschwinden einige Stellen.

Soweit als möglich soll der Abbau laut Mitteilung über natürliche Fluktuation erfolgen. Vom Abbau direkt Betroffenen biete Tamedia nach Möglichkeit Stellen in anderen Medien an. Am wenigsten von der Reduktion des Stellenetats betroffen ist Winterthur, das auch weiterhin stärkster Standort ist. Es komme dort zwar zu Verschiebungen - unter dem Strich aber bleibe der jetzige Bestand von rund 60 Vollzeitstellen erhalten, sagte Zimmer.

Keine "Wirtschaft"-Seite mehr
Auf den Termin der BZ-Kooperation hin wird der "Landbote" eine neue "Architektur" und die Zürcher Regionalzeitungen ein erneuertes Layout erhalten, so die Mitteilung. Laut Zimmer werden diese der BZ angepasst sein. Wie bei der BZ wird es keine separate "Wirtschaft"-Seite mehr geben. Wirtschaftsthemen werden in die regionalen, kantonalen und nationalen Nachrichten integriert. Grünes Licht für den Kauf des "Landboten" durch den Medienkonzern Tamedia gab die Eidgenössische Wettbewerbskommission (Weko) Ende November. Aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen darüber, wie es mit der Zeitung weitergehen sollte, hat die bisherige "Landbote"-Chefredaktorin Colette Gradwohl vor zwei Tagen den Hut, genommen (persoenlich.com berichtete).

Schon vor dem jüngsten Kauf besass Tamedia den "Zürcher Unterländer" und die "Zürichsee-Zeitung". Unabhängiger ZRZ-Partner ist zudem der "Zürcher Oberländer" der Zürcher Oberland Medien AG. (sda)

Lesen Sie in diesem Zusammenhang auch den Kommentar von "persönlich"-Chefredaktor Matthias Ackeret auf blog.persoenlich.com.

 


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