10.05.2025

SRG BE FR VS

Albert Röstis Plädoyer für starke Radios

Der Medienminister hat sich an der Jubiläumsversammlung der SRG-Regionalgenossenschaft Bern Freiburg Wallis für eine starke Schweizer Medienlandschaft ausgesprochen. Den Anlass würdigend, bezeichnete der SVP-Bundesrat das Radio als «unabdingbar» und als «besonderes Leitmedium». 390 Mitglieder waren anwesend.
SRG BE FR VS: Albert Röstis Plädoyer für starke Radios
Sprach am Samstag bei der 100. Generalversammlung der SRG-Regionalgenossenschaft Bern Freiburg Wallis: Bundesrat Albert Rösti. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

Das Radio habe für ihn einen hohen Stellenwert behalten, weil es mit dem O-Ton, der Schnelligkeit und der Einordnung über reine Schlagzeilen hinaus Qualitäten besitze und damit auch eine Bildungsquelle sei, sagte Bundesrat Albert Rösti am Samstag anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums der SRG-Regionalgesellschaft im Berner Kursaal.

Rösti erinnerte an den flächendeckenden Stromausfall in Spanien und Portugal, während dem die Leute verzweifelt nach Informationen gesucht und diese nur dank batteriebetriebenen Radios gefunden hätten. «Das Radio ist nicht nur wertvoll, sondern bis heute auch immer wieder unabdingbar», so der SVP-Magistrat.

Senkung auf 300 Franken ist genug

In seiner Zeit als Nationalrat unterstützte Rösti die Lancierung der Halbierungsinitiative, mit der die SVP eine Senkung der Haushaltsabgabe auf 200 Franken fordert und damit nicht zuletzt die SRG zu gravierenden Einsparungen zwingen würde. Als Bundesrat hat er seine Meinung zumindest bis zu einem gewissen Grad revidiert. Gegenentwürfe des Parlaments, die weiter gehen würden als das Gegenprojekt des Bundesrats, lehne er ab, so Rösti.

Der Bundesrat beschloss im letzten Juni auf Verordnungsebene, die Radio- und Fernsehabgabe ab 2029 von derzeit 335 auf 300 Franken pro Haushalt zu senken. Damit soll der Halbierungsinitiative der SVP der Wind aus den Segeln genommen werden. Diese will die Gebühr auf 200 Franken senken.

Sorge tragen zu den Medien

Er sei zuversichtlich, dass die SRG trotz der finanziellen Konsequenzen und geänderter Rahmenbedingungen zukunftsfähig werde, sagte Rösti weiter. Er setze sich unter diesen neuen Rahmenbedingungen «mit Überzeugung» für eine starke SRG ein. Ihr komme eine besondere und zentrale Bedeutung zu.

Im Kursaal sprach Rösti, dem Anlass geschuldet, vor allem, über die SRG. Dennoch schloss er in seinem Plädoyer für starke Medien auch die privaten Häuser mit ein: «Wir müssen Sorge tragen zu unseren Medien und sie fit halten im Wettbewerb mit anderen», sagte er. Unabhängige Qualitätsmedien seien unabdingbar für die demokratische Meinungs- und Willensbildung.

Rekordbesuch am historischen Ort

Die Jubiläumsveranstaltung fand an historischem Ort statt: Im Berner Kursaal befand sich 1925 der erste Sendestandort von Radio Bern. Mit rund 390 anwesenden Mitgliedern und Gästen erzielte die SRG Bern Freiburg Wallis einen Teilnahmerekord bei ihrer Generalversammlung, wie es in einer Mitteilung vom Sonntag hiess.

Die Stadtpräsidentin Marieke Kruit strich in ihrem Grusswort die Verbundenheit der Stadt Bern mit dem Studio Bern heraus und bekannte sich zu einem starken medialen Service public. Philipp Schori, Präsident der SRG Bern Freiburg Wallis, rief die Anwesenden zum Engagement gegen die Halbierungsinitiative auf, deren Abstimmung 2026 erwartet wird: «Der mediale Service public ist zentral für unsere halbdirekte Demokratie. Selbst wer nie SRF konsumiert, hat etwas davon, nämlich bessere demokratische Entscheide.»

Einen besonderen kulturellen Akzent setzte die Generalversammlung mit einer multimedialen Liveshow. Podcastmacher This Wachter, Klangkünstlerin Milena Krstić und Medienkünstler Manuel Schüpfer präsentierten historische Töne und Bilder aus dem Studio Bern. Die SRG Bern Freiburg Wallis hatte dieses Werk in dokumentarischer Klangkunst anstelle einer traditionellen Festschrift in Auftrag gegeben. Bereits im März hatte die Hauptjubiläumsaktivität stattgefunden, als das Studio Bern als Gastinstitution an der Berner Museumsnacht teilgenommen hatte. (sda/pd/cbe)


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