07.06.2023

EqualVoice Summit

Anastacia rockt für die Gleichstellung

Am zweiten EqualVoice Summit holte namhafte Referentinnen auf die Bühne. Ex-Bundesrätin Micheline Calmy-Rey, Investorin Carolina Müller-Möhl oder KI-Spezialistin Léa Steinacker beleuchteten dort die Macht von Bildern. Beim abendlichen Abschluss feierte der ganze Saal.
EqualVoice Summit: Anastacia rockt für die Gleichstellung
Sorgte zum Abschluss für musikalische Unterhaltung: Die Sängerin Anastacia auf der Bühne im Aura. (Bild: Nathalia Taiana)

Ein Hit folgte auf den anderen. Die US-Sängerin Anastacia trat am Dienstagabend exklusiv an der EqualVoice Show Night von Ringier im Aura in Zürich auf. Bereits nach wenigen Minuten hatte sie den Saal mit ihrer positiven Ausstrahlung gefüllt. Die Besucherinnen und Besucher tanzten ausgelassen.

Der Auftritt war der Abschluss vom zweiten EqualVoice Summit, den Ringer-CEO Marc Walder und Ringier-Finanzchefin Annabella Bassler rund sieben Stunden zuvor eröffneten. «Bilder formen Vorstellungen», sagte Bassler zu Beginn vor den rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Tagung stand unter dem Motto «The Power of Images». «Sehen heisst Glauben», führte Bassler weiter aus. Medien würden eine Verantwortung tragen, Frauen sichtbarer zu machen. Es sei aber auch wichtig, in welchem Kontext.  

Im Rahmen des Programms zelebrierte Ringier naturgemäss die Erfolge der Initiative, die mittlerweile in sieben Ländern etabliert wurde – neu auch in Kroatien. Nebst Text und Bildern fokussiert EqualVoice seit Kurzem auch auf Videoinhalte. Eine Analyse im April ergab demnach, dass bei allen Videoinhalten von blick.ch in fast 46 Prozent der Fälle Frauen repräsentiert werden.

Im Laufe des Nachmittags standen im Aura mehrere prominente Rednerinnen auf der Bühne: Die frühere Bundesrätin Micheline Calmy-Rey teilte eigene Erfahrungen aus ihrer politischen Karriere. Danach beleuchtete die Professorin für Führung und Kommunikation, Heather Cairns-Lee, den Einfluss von einer inklusiven Bildwelt und der inklusiven Sprache aus dem Blickwinkel der Wissenschaft. Wie sie reagiere, wenn sie im Alltag mit unabsichtlich verzerrten Aussagen oder Bildern konfrontiert sei, wollte Steffi Buchli, die für Ringier durch den Event führte, von ihr wissen. Sie halte die Emotionen im Moment zurück, mache die Person dann jedoch im Gespräch freundlich auf der Metaebene auf die Verzerrung aufmerksam, so Cairns-Lee.

Carolina Müller-Möhl sprach auf der Bühne über die fehlende Repräsentation von Frauen im Kulturbereich. Die Investorin und Präsidentin der Müller-Möhl Group eröffnete ihr Referat mit einer Doppelseite vom Blick vom November 2020. Darauf waren zahlreiche Männer zu sehen – und eine einzige Frau, dargestellt in einem Cocktailkleid. Das Beispiel war eines von vielen, das den Zuschauerinnen und Zuschauern exemplarisch darlegte, wie wichtig es ist, wie Frauen in Medien gezeigt werden. 

Danach trumpfte Müller-Möhl mit ein paar beeindruckenden Daten aus der Schweizer Kulturszene auf. Im Musikbusiness sind 93 Prozent von den Klassikkonzerten unter männlicher Leitung. Bei 73 Prozent aller Filme, die in den Kinos gezeigt werden, haben Männer Regie geführt. 74 Prozent der Künstler in Einzelausstellungen sind Männer. Und 91 Prozent der Direktoren von Musikfestivals oder Musikorganisationen sind männlich.

Für KI sind CEOs männlich

Auch Léa Steinacker, HSG-Dozentin für Technology & Social Science und Gründerin der Digital-Plattform Ada, holte das Publikum mit ihren Ausführungen zu Gleichstellung im Bereich der künstlichen Intelligenz ab. Auf einer Folie zitierte sie Melvin Kranzberg: «Technology is neither good nor bad, nor is it neutral.» Danach folgten mehrere Beispiele von Biases die Text- und Bildgeneratoren ausspucken. Dass die KI beim Suchbegriff «CEO» ausschliesslich an Männer denkt, zeigte sich daran: Steinacker beauftragte die KI, ihr ein Bild «eines CEOs von einem Tampon-Unternehmen» zu zeigen. Auch bei diesem – eher weiblich assoziierten Geschäftsbereich – lieferte KI einen weissen Mann, im Hintergrund zahlreiche pinke Tampons. 

Im Abendprogramm trumpfte Ringier mit viel Prominenz aus der Showwelt auf. Für viele ein Highlight war der Auftritt der Hollywood-Schauspielerin Geena Davis. Danach kam es zum Abschluss mit Songs wie «I'm Outta Love» oder «Paid my Dues».


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