22.05.2019

Schweizer Journalist

Anja Conzett hat sich beim Presserat beschwert

Der Artikel «Ein Hauch von Relotius» verstosse in 20 Punkten gegen den Schweizer Journalistenkodex, so die «Republik». «Schweizer Journalist»-Autor Beni Frenkel wehrt sich. Er sagt, die «Republik» habe einen unvollständigen Faktencheck publiziert.
Schweizer Journalist: Anja Conzett hat sich beim Presserat beschwert

Die «Republik» hat vor rund zehn Tagen einen ausführlichen Beitrag zum internen Faktencheck publiziert. Der Grund ist unter anderen der Artikel im «Schweizer Journalist» mit dem Titel «Ein Hauch von Relotius bei der Republik». Darin machte der Journalist Beni Frenkel auf Fehler in der fünfteiligen Reportage «Race, Class, Guns and God» aufmerksam und griff die Reporterin Anja Conzett an.

Im Umgang mit publizierten Fehlern sei es für sie entscheidend, ob die Fehler sinnentstellend seien, schreibt die «Republik». Keiner der Fehler in der USA-Reportage habe das, was sie publiziert hätten, auch nur im Ansatz verfälscht. Im Beitrag verlinkt das Magazin ein PDF-File mit den Fragen des «Schweizer Journalist»-Autors und ihren Antworten darauf.

In dieser Sache hat Conzett nun Beschwerde beim Presserat eingereicht, wie das Onlinemagazin weiter schreibt. Diese umfasst gegen 20 Punkte des Schweizer Journalistenkodex gegen die der «Schweizer Journalist» verstossen haben soll. Ihre Reporterin habe «die volle Unterstützung der Chefredaktion». Wer eine Kollegin mit Relotius vergleiche, der spreche ihr alle Berufsethik, alle journalistische Integrität, eigentlich alles ab, was sie zur Journalistin mache. Und so etwas bleibe kleben.

«E-Mailverkehr zu ihren Gunsten redigiert»

Der vom «Schweizer Journalist» beauftragte Autor Beni Frenkel ist jedoch nicht einverstanden mit dem Vorgehen der «Republik». «Die Republik hat ohne mein Einverständnis den E-Mailverkehr publiziert und meinen Namen nicht geschwärzt», sagt Frenkel gegenüber persoenlich.com. Er kenne «kein Unternehmen, dass eine unliebsame Medienanfrage auf Facebook veröffentlicht».

Sein zweiter Vorwurf ist noch schwerwiegender: Die Redaktion habe den E-Mailverkehr zu ihren Gunsten redigiert. «Gelöscht wurde unter anderem mein Vorwurf, dass sie bei einer Künstlerin der Story zu liebe die Hautfarbe falsch beschrieben haben», so Frenkel. Und weiter: «Die Redaktion hat mir gegenüber die Manipulation (oder im Diktus der Republik «Unschärfe») eingestanden und korrigiert. Weil das im veröffentlichten PDF nicht erwähnt wird, erfahren die Leser nichts davon». (wid/ma/eh)



Newsletter wird abonniert...

Newsletter abonnieren

Wollen Sie Artikel wie diesen in Ihrer Mailbox? Erhalten Sie frühmorgens die relevantesten Branchennews in kompakter Form.

Kommentar wird gesendet...

Kommentare

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Anzeige
Zum Seitenanfang20190625

Die Branchennews täglich erhalten!

Jetzt Newsletter abonnieren.