03.10.2008

Premiere

Anleger schockiert -- Aktienkurs halbiert

Verlust und überhöhte Kundenzahlen.

Der deutsche Bezahlsender Premiere hat die Börse mit der Ankündigung eines Verlusts und dem Eingeständnis überhöhter Kundenzahlen schockiert. Zum Freitagnachmittag hatte sich der Aktienkurs mit 4.38 Euro in etwa halbiert (minus 52,75 Prozent). Zwischenzeitlich war die Aktie sogar bis auf 3.55 Euro gefallen.

Premiere hatte am Donnerstagabend mitgeteilt, dass der Sender seine Kundenzahl um 940'000 senken müsse. Sie hätten ihre Abonnements entweder nie aktiviert oder die Verträge seien ausgelaufen. Premiere habe tatsächlich gut 2,4 Millionen direkte Abonnenten sowie knapp 1,2 Millionen Kunden über diverse Partner. Zudem kündigte der Abosender für das laufende Jahr einen operativen Verlust an. Nach Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) sei mit einem Minus von 40 bis 70 Mio. Euro zu rechnen, hiess es.

Finanzchef Alexander Teschner gehe mit sofortiger Wirkung. Seine Aufgaben übernehme zunächst der neue Konzernchef Mark Williams. Williams ist ein Vertrauter des australischen Medienmoguls Rupert Murdoch, dessen Medienkonzern News Corp gut ein Viertel von Premiere gehört.

Williams nahm Gespräche mit Banken über eine Restrukturierung von Kreditvereinbarungen auf. Eine Kapitalerhöhung sei derzeit aber nicht geplant. Premiere -- ein Kunde des Waadtländer TV-Verschlüsselungsexperten Kudelski -- kämpft auch wegen Schwarzsehern weiter mit einem Kundenschwund. (sda)


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