25.05.2020

Medienförderung

Arbeitsgruppe des Bundes gibt grünes Licht

Laut der Einschätzung ist es grundsätzlich möglich, die indirekte Presseförderung auf die Früh- und Sonntagszustellung auszuweiten.
Medienförderung: Arbeitsgruppe des Bundes gibt grünes Licht
Die Verleger orten «dringenden Optimierungsbedarf» bei der Zustellung: Ein Zeitungsausträger der Presto Presse Vertriebs AG auf seiner Frühzustell-Tour. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Eine Forderung der Zeitungsverleger erhält Rückenwind von einer Arbeitsgruppe des Bundes: Gemäss dieser ist es grundsätzlich möglich, die indirekte Presseförderung auf die Früh- und Sonntagszustellung auszuweiten. Die Massnahme würde rund 60 Millionen Franken kosten.

Vor einem Monat hatte der Bundesrat sein Paket zur Unterstützung der Medien ans Parlament verabschiedet. Die Massnahmen kamen beim Verband Schweizer Medien gut an.

Die Verleger sahen allerdings «zwingenden Optimierungsbedarf beim Einbezug der Frühzustellung». Die vom Leser sehr geschätzte, aber auch sehr kostenintensive frühmorgendliche Zeitungszustellung dürfe nicht benachteiligt werden und müsse ebenfalls von der Förderung berücksichtigt werden.

Arbeitsgruppe einigt sich

Eine vom Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) eingesetzte Arbeitsgruppe des Bundes gibt in ihrem am Montag veröffentlichten Bericht zum Einbezug der Früh- und Sonntagszustellung in die indirekte Presseförderung grundsätzlich grünes Licht. Es sei «operativ gesehen grundsätzlich möglich, die indirekte Presseförderung auf die Früh- und Sonntagszustellung auszuweiten».

Das Uvek hatte das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) im Jahr 2019 mit der Leitung der Arbeitsgruppe beauftragt. Die Arbeitsgruppe setzt sich aus Vertretern der Zeitungsverlage, der Frühzustellorganisationen und der Schweizerischen Post zusammen.

Zunehmende Bürokratie

Im vorgeschlagenen Modell könnten die Verlage neben der freien Aufteilung der Auflage auf die Früh- und Tageszustellung auch ihren Vertriebspartner in der Frühzustellung frei wählen. Der Bundesbeitrag würde über die Frühzustellorganisation ausgeschüttet. Nur akkreditierte Frühzustellorganisationen würden berücksichtigt. Diese wären verpflichtet, den anspruchsberechtigten Titeln die Zustellermässigung vollumfänglich weiterzugeben. 

Eine Verwaltungsstelle würde mit der Abwicklung und Verwaltung der Subvention beauftragt. Der administrative Aufwand wäre vergleichsweise zum heutigen System deutlich höher. Wo immer möglich, würde bei einer Einführung der Förderung der Früh- und Sonntagszustellung auf die bewährte Praxis bei der indirekten Presseförderung in der Tageszustellung der Post abgestellt, wie es im Bericht heisst.

22 Rappen pro Exemplar

Durch die Ausweitung auf die Früh-und Sonntagszustellung würden rund 270 Millionen Zeitungsexemplare zusätzlich anspruchsberechtigt. Die Arbeitsgruppe schlägt vor, bei der Früh- und Sonntagszustellung eine leicht geringere Ermässigung pro Exemplar als bei der Tageszustellung anzusetzen. Dies, um Mengenverschiebungen vom Tages- in den Frühzustellkanal zu vermeiden. 

Bei der aktuell geltenden Zustellermässigung in der Tageszustellung von 27 Rappen pro Exemplar schlägt die Arbeitsgruppe in der Früh- und Sonntagszustellung eine Ermässigung von 22 Rappen pro Exemplar vor. Für die Finanzierung dieser neuen Fördermassnahme ergibt sich ein zusätzlicher Mittelbedarf von rund 60 Millionen Franken.

Notpaket verabschiedet

Ein Ausbau der heutigen indirekten Presseförderung im Printbereich wird bereits nächste Woche Tatsache. Der Bundesrat setzt dann einen Parlamentsauftrag mit einer Corona-Notverordnung um. Die aktuell geförderten abonnierten Tages- und Wochenzeitungen der Regional- und Lokalpresse werden während sechs Monaten im Tageskanal der Post kostenlos zugestellt.

Weiter beteiligt sich der Bund vorübergehend an den Kosten der Tageszustellung von abonnierten Tages- und Wochenzeitungen mit einer Gesamtauflage von mehr als 40'000 Exemplaren pro Ausgabe. Diese Titel sind gemäss der geltenden Regelung nicht förderberechtigt. Sie sollen vorübergehend ebenfalls von einer Zustellermässigung in Höhe der heutigen regulären Ermässigung von 27 Rappen pro Exemplar profitieren. 

Im Fokus der Strategie stehen die journalistische Qualität mit einem für die Zielgruppe relevanten Themenspektrum und einem grossen Informations- und Unterhaltungswert – über die unterschiedlichsten analogen und digitalen Kanäle hinweg. (sda/eh)



Kommentar wird gesendet...

Kommentare

  • Raphael Weber, 26.05.2020 01:04 Uhr
    hört endlich mit diesem Unsinn auf! Sinnlos im Giesskannenprinzip Geld verteilen für ein umweltbelastendes Relikt. Eine Zeitung muss kostendeckend dem Verursacher belastet werden. Wer in der heutigen Zeit wirklich noch eine gedruckte Zeitung braucht, soll entsprechend zahlen. Nur schon die Tonnen an Papier die täglich eingespart werden könnten, für 30 Min Gebrauch bevor sie im Altpapier landet ist Wahnsinn und sollte nicht auch noch staatlich gefördert werden.
Kommentarfunktion wurde geschlossen

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Anzeige
Zum Seitenanfang20200715

Die Branchennews täglich erhalten!

Jetzt Newsletter abonnieren.