«Ich bin überzeugt, dass wir das tun sollten», schreibt Arthur Rutishauser in einem Meinungsbeitrag in den Tamedia-Zeitungen zur Frage, ob Schweizer Medien durch das geplante Medienpaket stärker gefördert werden sollen. Für den Chefredaktor der Redaktion Tamedia und der SonntagsZeitung gibt es gerade für die indirekte Presseförderung, durch die die Zustellung der gedruckten Zeitungen subventioniert wird, «gute Gründe, sie für eine begrenzte Übergangszeit auszubauen».
Denn: Wenn das Medienpaket abgelehnt werde, dann werde es auf dem Land bald keine Frühzustellung von Tages- und Sonntagszeitungen mehr geben. «Dies unabhängig davon, ob sie einem Grossverlag oder einem kleinen lokalen Verleger gehören», betont Rutishauser in seinem Pro-Beitrag.
Gleichzeitig sei ein grosser Teil der Landbevölkerung noch nicht auf die digitalisierte Information umgestiegen. Das führe auch dazu, dass sich die Herstellung von lokaler Information, die sich über die Leser finanzieren müsse, noch nicht lohne. Hier würde die vorgeschlagene direkte Förderung von Onlinemedien ansetzen. «Zusammen stellen die beiden Fördermethoden den Übergang ins digitale Informationszeitalter sicher», so der Journalist weiter.
Drohende Informationswüste sei eine «Legende»
Gegen das Medienpaket, über das am 13. Februar abgestimmt wird, ist hingegen Tamedia-Inlandredaktor Edgar Schuler: «Die drohende Informationswüste ist eine Legende, das Absterben der politischen Debatte ein Trugbild.» Er ergänzt in seinem Contra: Nie zuvor habe man sich schneller, umfassender, besser informieren können. Und nie sei mehr über Politik diskutiert worden – auf traditionellen Plattformen, aber auch auf neuen.
Schuler bemängelt, dass die «zusätzlichen Millionen – anders als von den Befürwortern beschworen – weder vor allem der lokalen Presse noch in erster Linie der Digitalisierung zugutekommen» würden. Allein 60 Millionen sollen in den Transport gedruckter Bezahlzeitungen gesteckt werden. Der Geldregen falle neu auch auf Zeitungen wie NZZ, Blick, Tages-Anzeiger und die Sonntagszeitungen. «Also alles Produkte grosser Verlage. Gratisblätter hingegen gehen weiterhin leer aus», so Schuler weiter. (tim)

