02.12.2015

SRF

Auch bei den Radionachrichten wird gespart

Im Studio Basel werden vier Stellen gestrichen und beim TPC müssen 30 bis 40 IT-Mitarbeiter gehen.
SRF: Auch bei den Radionachrichten wird gespart

Laufend werden neue Zahlen zum Stellenabbau von SRF bekannt. persoenlich.com berichtete am Wochenende über die Einsparungen bei den Newssendungen vom Fernsehen. Nun ist auch bekannt, wie hart es die Radiojournalisten in den Berner Nachrichtenstudios trifft.

Sparen ohne Kündigungen

Offiziell kommuniziert SRF beharrlich nur das Total von 102 Stellen, die bis Ende 2016 eingespart werden müssen. Das Unternehmen wollte bislang die durchgesickerten Informationen zu den einzelnen Sendungen nicht kommentieren. Wie persoenlich.com nun erfahren hat, müssen auch die Infogefässe von Radio SRF sparen. Der Sparanteil der Radiojournalisten im Studio Bern ist jedoch vergleichsweise klein: Total 110 Stellenprozente, also 1,1 Stellen, werden gestrichen.

Wie aus einem internen SRF-Papier hervorgeht, trifft es die sogenannten Tagesverantwortlichen dabei am stärksten. Das Gremium – hauptsächlich aus stellvertretenden Chefredaktoren bestehend – muss 35 Stellenprozente einsparen. Der Inlandredaktion wird eine halbe Stelle gestrichen, SRF 4 News muss das Honorarbudget reduzieren und büsst 25 Stellenprozente ein. Kündigungen sind keine geplant, der Abbau erfolgt vollständig über natürliche Fluktuation.

Weniger Produktionsszeit fürs "Echo"

Zusätzlich fällt das "Tagesgespräch" über die Festtage zwei Wochen lang aus und für die Produktion des Flaggschiffs "Echo der Zeit" stehen täglich dreissig Minuten weniger Zeit zur Verfügung. Keine Einsparungen gibt es bei den Regionalredaktionen, dem Korrespondentennetz, der Auslandredaktion und der Redaktion, die für die stündlichen Nachrichten, den Teletext und das "Info 3" zuständig ist.

Wie viele Stellen bei den einzelnen Sendern von Radio SRF eingespart werden, ist weiterhin unklar. Am Mittwoch war von neun Stellen im Studio Basel die Rede. SRF-Sprecherin Andrea Wenger stellt diesbezüglich klar: "Im Studio Basel werden im Verlauf von 2016 vier Stellen abgebaut. Dieser Abbau soll wenn möglich über natürliche Fluktuation erfolgen. Die Abteilung Kultur spart zudem an allen Standorten durch Anpassungen in der Organisation und in den Abläufen weitere fünf Stellen."

30 bis 40 IT-Mitarbeiter müssen gehen

Bei der Produktionsfirma TPC sind die Sparübungen wohl am radikalsten. Bereits per Anfang 2016 werden 8,6 Stellen abgebaut. Von dieser ersten Sparrunde seien Kameraleute, Ausstatter und Lichttechniker betroffen, wird Andreas Künzi, Regionalsekretär der Gewerkschaft SSM, vom Kleinreport zitiert.

In der IT-Abteilung beginnt das Sparen im nächsten Jahr. 23 Vollzeitstellen werden dort abgebaut, präzisiert Künzi auf Anfrage von persoenlich.com. Das betreffe laut Künzi wohl 30 bis 40 Mitarbeiter, die unter anderem wegen einer "Anpassung des Service-Levels" gehen müssen. "Fast 19 Stellen" würden im Supportbereich von SRF und TPC abgebaut - also in Controlling, Human Resources, Kommunikation und Unternehmensentwicklung.

Beim Fernsehen sind neben den Informationssendungen auch andere Abteilungen betroffen. So zum Beispiel die Grafikabteilung mit 50 Stellenprozenten, die Sendungen "Einstein" mit 180 und "Kulturplatz" mit 150 Stellenprozenten. Unkonkret bleibt der Abbau von 29 Stellen in "Ablauf und Organisation". Das sei "noch völlig unklar", so Künzi.

Text: Boas Ruh, Bild: Keystone


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