28.08.2025

SRG

Auch halbiert eine attraktive Anlageoption

Um konstant über flüssige Mittel zu verfügen, ersetzt die SRG ein auslaufendes Schuldscheindarlehen durch einen Bond. Den Investoren verspricht sie Stabilität – auch wenn die Halbierungsinitiative angenommen würde.
SRG: Auch halbiert eine attraktive Anlageoption
«Das macht uns finanziell unabhängiger und flexibler»: Thomas Egger, Direktor Finanzen SRG, zur Emittierung eines Bonds am Kapitalmarkt. (Bild: zVg/Die Schweizerische Post)

Die SRG hat am vergangenen Dienstag einen Bond über 100 Millionen Franken herausgegeben, um ein auslaufendes Schuldscheindarlehen zu refinanzieren. Darüber berichtete zuerst das Finanzportal finews.ch.

Wer einen Bond kauft, leiht dem Emittenten Geld und erhält im Gegenzug während der Laufzeit regelmässige Zinszahlungen. Der SRG-Bond läuft sieben Jahre, und die Gläubiger erhalten einen Zins von 0,95 Prozent auf ihren Anteil.

Kein Zusammenhang mit Sparmassnahmen

Die SRG benötigt diese Fremdfinanzierung, weil ein grosser Teil ihrer Mittel in langfristigen Anlagen wie Gebäuden, Studios und Technik gebunden ist. Für laufende Kosten wie Löhne oder neue Studioausstattung muss die SRG darum zusätzliches Kapital aufnehmen. Mit dem laufenden Transformations- und Sparprogramm «Enavant SRG SSR» habe der Vorgang nichts zu tun, erklärte SRG-Finanzchef Thomas Egger den Angestellten in einem Interview auf einer Mitarbeiterplattform.

Um die SRG weniger abhängig von einer einzelnen Bank zu machen, wechselte sie vom Schuldscheindarlehen zum Bond. Daran können sich verschiedene Investoren beteiligen. «Wir können so das Risiko besser verteilen. Das macht uns finanziell unabhängiger und flexibler», so Finanzchef Egger. Neu ist das Instrument für die SRG nicht. Bereits 2003 emittierte die SRG einen Bond über 200 Millionen Franken mit fünf Jahren Laufzeit.

So wirbt Wille um Investoren

Für die Herausgabe des Bonds arbeitet die SRG mit drei Schweizer Banken zusammen, die ihn am Finanzmarkt platzieren. Am vergangenen Montag warben Egger und SRG-Generaldirektorin Susanne Wille vor potenziellen Investoren für die Anleihe. Im Rahmen einer Online-Präsentation stellten sie die SRG als «eine attraktive Anlageoption» dar, wie finews.ch berichtete. Dabei stach vor allem ein Argument heraus: Selbst bei einer Annahme der Halbierungsinitiative könne die SRG mit substanziellen Kostensenkungsmassnahmen und einem halbierten Budget ihren verfassungsrechtlichen Auftrag im Rahmen der Konzession weiterhin erfüllen, legten Egger und Wille dar.

Die Aussage wirkt einigermassen paradox: Was die SRG-Spitze in der medienpolitischen Diskussion bisher nie so direkt und unverblümt gesagt hat, dient in einem anderen Kontext als Argument für finanzielle Stabilität und die Verlässlichkeit als Schuldnerin.

«Botschaft steht in einem anderen Kontext»

Die SRG möchte sich nicht missverstanden wissen und betont, dass die Annahme der Halbierungsinitiative das Ende der SRG in ihrer heutigen Form bedeuten würde. Gegenüber den interessierten Investoren hätten Egger und Wille die Auswirkungen einer Annahme der Initiative eingeordnet, teilt eine SRG-Sprecherin mit. Das Parlament müsste das Gesetz revidieren, der Bundesrat im Anschluss die Verordnung anpassen und eine neue Konzession erteilen – abgestimmt auf den neuen Finanzrahmen. «Die Aussage, dass die SRG ihren verfassungsrechtlichen Auftrag weiterhin erfüllen könne, ist in diesem Kontext zu verstehen», so die Sprecherin.


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