Schweizer Radio (SR) DRS 3 ist in Aufbruchstimmung. Im Zentrum des neuen Programms stehen eigenständige Info-Sendungen und ein facettenreiches Musikprogramm. Die Umsetzung der Neuerungen begann Anfang Juli und soll Ende Oktober umgesetzt sein.
Bendicht Luginbühl, seit knapp fünf Monaten Programmleiter DRS 3/Virus, erläuterte an einer Medienkonferenz am Dienstag in Zürich die Pläne für das künftige Programm: Im Tagesablauf dominieren am Vormittag Informationen, am Nachmittag die lockere Unterhaltung. Der Spätabend ist speziellen Sendungen gewidmet.
Jeweils um 12 und um 17 Uhr sind vertiefte Informationssendungen programmiert -- eine direkte Konkurrenz zu den Privaten. Diese werden zwar zusammen mit der DRS-Abteilung Information konzipiert, aber als eigenständige Sendung in Schweizerdeutsch. Ab Mitte September werden zudem satellitengestützte Reportagewagen für Live- Reportagen ermöglichen.
Erneuert wird auch das Musikprogramm: Das Programm soll facettenreicher sein und von "Hits aus vier Jahrzehnten" bis zum "Klassiker von morgen" reichen. Beinhalten soll es auch viel Schweizer Pop-Musik, internationale Neuheiten, Specials sowie Informationen zu Musik und Persönlichkeiten.
DRS 3 sei neue Partnerschaften eingegangen, sagte Luginbühl: Wieder im Programm ist ab kommendem Jahr das Jazz-Festival Montreux. Und ein regelmässiger Austausch sei vorgesehen mit verschiedenen Interessengemeinschaften der Popmusikszene Schweiz.
Der DRS-Jugendsender "Virus" tritt ebenfalls nicht an Ort. Die Akzente der Musikpositionierung lägen bei "neu" und "breit", sagte François Mürner, Mitbegründer und langjähriger Leiter von Virus, der als Moderationschef nun wieder zu DRS 3 zurückwechselt. Im Herbst laufe eine umfassende Konzeptphase für die Jahre 2004-2006 an. Klar ist bereits, dass die offizielle Schweizer Hitparade ins Programm integriert werde.
Keine Kopie der Kommerziellen
Künftig wie bisher will sich DRS 3 klar von den kommerziellen Radiosendern abheben, wie Radiodirektor Walter Rüegg sagte. Gemäss einer Hörer-Umfrage schätze das DRS 3-Publikum unter anderem die seriösen Nachrichten, die grosse Bandbreite der Musik, die Dialektvielfalt und nicht zuletzt das Fehlen von Werbung.
Radiowerbung sei nach wie vor keine Option, sagte Rüegg. Das Sponsoring dagegen soll nicht aufgegeben werden. Immerhin wolle man es massiv einschränken: "Sponsoring muss sich dem Programm unterordnen" -- die finanziellen Konsequenzen nehme man in Kauf. In den nächsten Wochen werden laut Rüegg Sponsoring-Grundsätze herausgegeben. Die bestehenden Verträge werde man anpassen.

