04.09.2006

Steve Irwin

Australischer TV-"Krokodiljäger" getötet

Stachelrochen versetzte ihm tödlichen Stich.

Der berühmte australische "Krokodiljäger" Steve Irwin ist bei Unterwasser-Filmaufnahmen im Great Barrier Reef von einem Fisch getötet worden. Der Stachelrochen versetzte dem 44-jährigen Fernsehstar einen tödlichen Stich in die Brust. Nach Angaben von Rettungskräften war Irwin auf der Stelle tot; die mit einem Helikopter eingeflogenen Rettungskräfte konnten ihm nicht mehr helfen. Irwin sei durch Herzstillstand gestorben, sagte der Notarzt.

Der Fernsehstar hatte in der beeindruckenden Unterwasserlandschaft des Great Barrier Reef vor der Nordostküste Australiens an einem Dokumentarfilm gearbeitet. Die scheuen Stachelrochen haben an ihrer Schwanzflosse einen giftigen Stachel, den sie als Waffe einsetzen, wenn sie sich bedroht fühlen. Irwin habe sich mit den Dreharbeiten so nahe an Stachelrochen in höchste Gefahr begeben, sagte der australische Naturfilmer David Ireland. "Sie haben einen oder zwei Stachel am Schwanz, die nicht nur von Gift umhüllt sind, sondern auch wie ein Bajonett wirken", erläuterte Ireland.

Keine Scheu vor wilden Tieren

Der Australier, dessen Markenzeichen Khaki-farbene Shorts und Hemden waren, war über die Landesgrenzen hinweg mit Fernsehsendungen berühmt geworden, in denen er sich ohne Scheu mit wilden Tieren umgab. Die 1992 gestartete Sendung "Crocodile Hunter" ("Krokodiljäger") wurde unter anderem im Discovery Channel gezeigt. Irwins Popularität brachte ihm auch eine Rolle in dem Hollywood-Streifen "Dr. Doolittle 2" an der Seite von Eddie Murphy ein.

Auch kritisiert...

Einen Bärendienst hatte sich der Fernseh-Tierfreund erwiesen, als er vor zwei Jahren vor laufender Kamera ein vier Meter langes Krokodil mit der Hand fütterte, während er seinen erst einen Monat alten Sohn Bob auf dem Arm hielt. Selbst treue Fans fragen sich damals, ob Irwin noch recht bei Sinnen sei. Wegen der scharfen öffentlichen Kritik zog sich Irwin in Australien zurück.

...aber am Schluss gerühmt

Australische Politiker und Tourismusmanager würdigten derweil die Verdienste des "Krokodiljägers". Der australische Ministerpräsident John Howard äusserte sich bestürzt über dessen Tod. "Er liebte das Leben und brachte Millionen von Menschen Freude", sagte der Regierungschef.

Irwin habe dem Bundesstaat und ganz Australien viel gegeben, sagte auch der Ministerpräsident von Queensland, Peter Beattie. Der Chef des Tourismusrates, Matthew Hingerty, nannte Irwin eine "Australische Ikone", die dem Land hunderte Millionen Euro an Tourismuseinnahmen gebracht habe. Steve Irwin hinterlässt eine Frau und zwei Kinder im Alter von drei und acht Jahren. (sda)



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