23.10.2024

Radical

Auto-Journalismus im XXL-Format

Der ehemalige Automobil-Revue-Chefredaktor Peter Ruch lanciert ein neues Printmagazin. Radical soll vierteljährlich erscheinen und geht auch neue Wege in der Distribution.
Radical: Auto-Journalismus im XXL-Format
Die letzten Seiten von Radical, hier das Cover mit dem ehemaligen Rennwagen-Konstrukteur Gordon Murray, sind nun bei der Druckerei. (Bilder: zVg)

Mit einem aussergewöhnlichen Format und dem Anspruch, Auto-Journalismus neu zu denken, betritt im November 2024 ein neues Printmagazin den Schweizer Medienmarkt. Radical erscheint im imposanten Format, das mit einer Panorama-Seite von 57 mal 80 Zentimetern (Nordic-Broadsheet-Format) bereits ein optisches Statement setzt.

«Die Schweiz mit ihrer sehr hohen Sportwagen- und Oldtimer-Kultur verdient eine entsprechende Publikation», erklärt Verleger Peter Ruch gegenüber persoenlich.com seine Motivation für das Projekt. Der Herausgeber blickt auf fast vier Jahrzehnte Erfahrung in der Automobilbranche zurück und war unter anderem Chefredaktor der Automobil Revue und der Auto-Illustrierte. Zudem verfasste er ein Dutzend Bücher zum Thema Automobil.

«Kein Gefälligkeitslifestyle»

Die neue Publikation geht bewusst eigene Wege. «Kein Gefälligkeitslifestyle», verspricht Ruchs Verlag Pruductions. Stattdessen setze man auf hochwertigen Magazin-Journalismus mit exklusiven Geschichten, wie es in einer Mitteilung heisst. Künstliche Intelligenz und das simple Verwerten von Pressemitteilungen seien tabu. Das aufwendige Layout verantwortet Markus Bucher, und die erste Ausgabe wird durch ein Kunstwerk von Monique Baumann bereichert.

«Schon seit Jahren werde ich immer wieder gefragt, warum es unser Onlinemagazin nicht auch in physischer Form gibt», berichtet Ruch. Das digitale Pendant radical-mag.com habe sich längst etabliert und verzeichne monatlich rund 60'000 Unique User sowie über fünf Millionen Seitenaufrufe. «Ich habe nach fast vier Jahrzehnten in der Branche immer noch Lust, aussergewöhnliche Geschichten zu erzählen», betont der Verleger.

Zunächst wird Radical ausschliesslich über ausgewählte Händler, Buchhandlungen, Clubs und Lounges vertrieben. Ab 2025 plant der Verlag ein innovatives Abomodell, bei dem sich Interessenten schriftlich bewerben müssen und den Preis selbst bestimmen können.

Schlankes Geschäftsmodell

Zur Finanzierung setzt Ruch auf ein schlankes Geschäftsmodell: «Alles stammt aus einer Hand – Konzept, alle Texte, Verkauf. Es gibt keine hübsche Assistentin, kein schickes Büro, keine Agentur.» Die Einnahmen generiert das Magazin über redaktionelle Beilagen, deren Inhalt vollständig von der Redaktion entwickelt wird. «Die ersten drei Ausgaben sind mehr oder weniger ‹verkauft›, teilweise sogar an branchenfremde Unternehmen», verrät Ruch, fügt aber hinzu: «Ob das alles dann auch nachhaltig sein wird, das muss sich noch weisen.»

Das Magazin soll künftig vierteljährlich erscheinen, die zweite Ausgabe ist für Anfang Februar 2025 geplant. Ruch sieht eine Lücke im Markt: «Es war mir ein Bedürfnis, das grösste Zeitungsprojekt der Schweiz zu lancieren, zumal ich von Partnern dazu motiviert und dabei unterstützt wurde.»

Durch die enge Verzahnung mit dem Onlinemagazin verfolgt der Verleger eine crossmediale Strategie: «Selbstverständlich geht es auch darum, über das Printprodukt unser Onlinemagazin bekannter zu machen», so Ruch. Dieses ist seit 2011 auf dem Markt (persoenlich.com berichtete). (cbe)


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