Der Regierungsrat Basel-Stadt finanziert erstmals journalistische Arbeit. Der Verein Journafonds erhält 2027 und 2028 je 50'000 Franken, wie die Regierung am Dienstag mitteilte. Unterstützt werden Recherchen und Reportagen mit direktem Bezug zu Basel-Stadt, erwünscht ist zusätzlich ein Bezug zur Dreiländerregion. Auch Kulturthemen sind zugelassen. Über die Vergabe entscheidet eine Jury des Vereins, der Kanton ist laut Mitteilung nicht beteiligt. Gefördert werden Medienschaffende, nicht Medienhäuser, mit höchstens 10'000 Franken für die Umsetzung eines Projekts.
Anlass sind zwei Vorstösse von Grossrat Johannes Sieber (parteilos, vormals GLP). Auf bajour.ch begrüsst er, dass die Regierung nach vier Jahren eine erste Massnahme ergreift. Den Betrag hält er aber für zu knapp, er werde als «Tropfen auf den heissen Stein» verpuffen. Nötig wäre etwa eine Million Franken.
Sieber wollte unter anderem eine kantonale Medienstiftung prüfen lassen und den Kulturjournalismus im Kulturfördergesetz verankern. 2024 hatte die Regierung eine kantonale Medienförderung noch abgelehnt. Gemäss ihrem Bericht an den Grossen Rat verzichtet sie nun auf eine Stiftung und auf eine Gesetzesänderung, sieht die Anliegen laut Mitteilung aber als erfüllt an. Über die Abschreibung der Vorstösse entscheidet der Grosse Rat.
Der Kanton Bern zahlt dem Journafonds seit 2024 jährlich 7500 Franken. Die Waadt stellt für 2021 bis 2026 insgesamt 6,2 Millionen Franken für verschiedene Massnahmen bereit. (pd/nil)


