Die Schweiz ist auch im Medienbereich auf einen leistungsfähigen Service public angewiesen. Reformen sind aber unabdingbar. Dass es dabei zu grossen Umwälzungen kommen wird, ist jedoch eher unwahrscheinlich. Die SRG muss sich aber auf Einschränkungen gefasst machen. Dies ist das Ergebnis einer neuen Expertenbefragung, wie die Publicom in einer Mitteilung schreibt.
Die DELPHInarium-Experten sind offensichtlich überzeugt, dass der öffentliche Rundfunk auch unter heutigen Medienbedingungen seine Existenzberechtigung hat, da er wichtige Funktionen erfüllt, die der Markt nicht erbringen kann. Eine klare Mehrheit ist laut der Mitteilung aber der Meinung, dass Reformbedarf bestehe. Ganz offensichtlich stellten die Experten die Rolle der SRG und deren Leistungsauftrag in Frage. Sie seien aber zurückhaltend, was den Umfang der Reformen anbelangt und orientierten sich am politisch Machbaren.
Demzufolge glaubt die überwiegende Mehrheit, dass die Leistungsaufträge der SRG im Hinblick auf die Neukonzessionierung 2018 leicht angepasst würden. Radikale Eingriffe in das duale System erachten sie indessen als unwahrscheinlich.
Einschränkungen für die SRG und mehr Transparenz
Konkrete Veränderungen erwartet das DELPHInarium am ehesten bei der finanziellen Transparenz der SRG. Zu diesem Punkt hat die SRG ja bereits erste Massnahmen angekündigt. Gewisse Chancen werden auch einer politischen Neudefinition des Service public sowie einer Einschränkung des SRG-Angebots im Internet eingeräumt, während eine Reduktion des Programmangebots bereits als relativ unwahrscheinlich erscheint – ebenso wie die Annahme, dass sich die Organisationsstruktur der SRG wesentlich ändere. Kaum Chancen auf Realisierung dürfte auch – gemäss DELPHInarium-Experten – ein komplettes Werbeverbot für die SRG haben, wie es im Nachgang zur Abstimmung vom 14. Juni von Verlegern gefordert wurde.
Unter dem Begriff DELPHInarium publiziert die auf Medienforschung und –beratung spezialisierte Publicom zweimal jährlich Ergebnisse einer Expertenbefragung. Am Panel sind vierzig Fachleute der führenden Medienunternehmen sowie Vertreter aus Werbung, Medienjournalismus, Kommunikationswissenschaft und Corporate Communications beteiligt. (pd)

