Rösti bekannte sich gleich zu Beginn des Gesprächs mit «Echo»-Moderatorin Brigitte Kramer als langjähriger Hörer der Sendung: Das «Echo der Zeit» sei bereits im Elternhaus gelaufen. Neben den SRG-Programmen hört der Berner Oberländer heute aber auch den regionalen Privatsender Radio BeO.
Am Medium Radio schätzt er besonders, dass man dabei anderen Tätigkeiten nachgehen kann: «Man ist speziell auf den Inhalt konzentriert und nicht irgendwo mit Bildmaterial abgelenkt.» Am «Echo der Zeit» beeindrucke ihn die thematische Breite der Sendung.
Als oberste Priorität seiner Medienpolitik nannte Rösti bei seinem Auftritt in der Jubiläumssendung die Erhaltung der Medienvielfalt. Sorgen bereiten ihm jedoch der Rückgang dieser Vielfalt aufgrund des wirtschaftlichen Drucks durch internationale Tech-Konzerne, «die dann überhaupt nichts mehr Regionales bringen». Zur Bekämpfung der Dominanz grosser Plattformen kündigte Rösti baldige Massnahmen an. Zudem werde im Parlament über ein Leistungsschutzrecht beraten. «Die journalistische Arbeit muss einen Wert haben», sagte Rösti.
Wandel in der SRG-Haltung
Die «Echo»-Moderatorin sprach auch den Wandel von Röstis medienpolitischer Haltung an. Als SVP-Nationalrat hatte er noch der «No Billag»-Initiative zugestimmt und sass später im Komitee der Halbierungsinitiative. Dazu sagte Rösti, an seiner Grundhaltung habe sich nichts geändert, aber seine Funktion. Als Bundesrat trage er nun die Verantwortung für Rahmenbedingungen, die sowohl eine starke SRG als auch private Medien ermöglichen.
Als Gegenprojekt zur Halbierungsinitiative sieht der Bundesrat die beschlossene Senkung der Medienabgabe ab 2029 auf 300 Franken pro Haushalt und Jahr vor. Gleichzeitig soll sich die SRG stärker auf Bildung, Politik und Kultur konzentrieren, um den privaten Medien mehr Raum in anderen Bereichen zu lassen. Vor diesem Hintergrund positioniert sich Rösti klar gegen die Halbierungsinitiative.
Rösti als TikTok-Star
Im Gespräch mit dem Medienminister kam «Echo»-Moderatorin Kramer auch auf die Social-Media-Prominenz des Medienministers zu reden. Ein TikToker namens Kaufmann machte Rösti zu einer Art TikTok-Star. «Ich komme so auf der Strasse mit sehr vielen Jugendlichen in Kontakt», sagte der Bundesrat. Diese Erfahrung habe ihm gezeigt, wie wenig es brauche, um Jugendliche für Politik zu interessieren. Darum sei es auch wichtig, dass traditionelle Medien wie die SRG in den sozialen Medien präsent seien.
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Zum Abschluss wünschte Rösti dem «Echo der Zeit», so stark zu bleiben wie bisher und seine hohen Hörerzahlen zu behalten.
«Und ich wünsche Ihnen, dass Sie die Kraft haben, weiterhin so breit und auch fundiert zu informieren», so Rösti zum Schluss seines «Echo»-Auftritts. (nil)

