Die vom Medienmagazin «Schweizer Journalist» eingesetzte Jury hat in diesem Jahr den Titel Medienmanager des Jahres weder einem Verleger noch einem CEO eines Schweizer Verlagshauses verliehen, sondern Bundesrätin Simonetta Sommaruga, wie es in einer Mitteilung heisst.
Die Medienministerin sei ausgezeichnet worden, weil sie es schaffte, Bewegung in eine verfahrene Situation zu bringen. Vorgängerin Doris Leuthard sei mit ihrem neuen Mediengesetz auf ganzer politischer Breite aufgelaufen. «Statt dringend benötigter neuer Impulse drohte der Medienbranche der Stillstand», schreibt der «Schweizer Journalist» weiter. Sommaruga hätte den Gesetzesentwurf kurzerhand entsorgt und präsentierte eine Reihe von Massnahmen, die sowohl den etablierten Verlagen etwas Handlungsspielraum verschuffen wie auch neuen Anbietern Luft zum Leben liessen. Die indirekten Subventionen sollen erhöht, direkte Subventionen eingeführt werden.
Sommaruga habe damit die Richtung einer künftigen Schweizer Medienpolitik vorgegeben. Zu Ende gedacht, mache sie das zur staatlichen Verlegerin. Natürlich werde es nicht so weit kommen. Es gebe unzählige Möglichkeiten, die Medien- oder vielmehr Journalismusförderung möglichst staatsfern zu organisieren. Jenseits aller ordnungspolitischen Bedenken habe Sommaruga aber vor allem etwas geschafft: Einer darbenden Branche Hoffnung zu geben. (pd/lol)


