In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurden Polizisten einer Amokfahrt bei der Berner Reitschule beschuldigt. Daraufhin veröffentlichte die Revolutionäre Jugendgruppe Bern (RJG) ein Video, das einige Online-Portale in ihre Berichterstattung übernahmen.
In einer Stellungnahme vom Montag kritisierte der Berner Regierungsrat und Polizeivorsteher Philippe Müller Onlinemedien, die das Video der RJG «ohne Faktencheck» hochgeladen und dadurch «ungesicherte Aussagen» verbreitet hätten (persoenlich.com berichtete).
Gegen diese Kritik wehrt sich der BZ-Chefredaktor Simon Bärtschi nun. Die «Berner Zeitung» habe das Video am Samstag auf ihrer Webseite erst publiziert, nachdem das firmeneigene Videoteam die Gesichter der Polizisten aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes verpixelt hatte, schreibt er in einem Beitag in eigener Sache.
In einer späteren Version am Samstagnachmittag seien zusätzlich die eingeblendeten reisserischen Kommentare der RJG aus dem Video entfernt worden. Ausserdem erschien bei der Online-Ausgabe dieser Zeitung ein Bericht zu den Vorkommnissen erst, nachdem auch die Kantonspolizei Stellung dazu bezogen hatte, so Bärtschi weiter. Die Redaktion sei sich bewusst, dass ein Videoauschnitt immer nur einen Teil der Wahrheit zeigen könne. An einer Veröffentlichung in der vorliegenden Form hält die Redaktion jedoch fest. (log)

