Aus dem Privatsender U1 soll ein Sportfernsehen werden ("persoenlich.com" berichtete). Eine Investorengruppe um Medienunternehmer Peter Weigelt, der neben U1 die Aussenwerberin APG sowie Private angehören, will auf dem Sendeplatz Direktübertragungen von Sportarten ausstrahlen, die auf SF zu kurz kommen: Handball, Landhockey, Volleyball sowie Unihockey. Aber auch Behindertensport, Schwingen, Schiessen und andere Sportarten sollen im Programm Platz finden.
Unklar ist derzeit, ob das Sportfernsehen überhaupt im Analognetz Platz finden wird. U1 wird nicht auf der "Must Carry Liste" des Bundesrats aufgeführt, die bestimmt, welche Sender die Cablecom über Kabel verbreiten muss. Ohne eine Aufschaltverfügung des Bunds jedoch wird die Cablecom den Sender wie geplant aus dem Analogprogramm kippen. "Grundsätzlich halten wir an unserer Strategie fest, das hochauflösende Fernsehen (HDTV) im Oktober 2007 einzuführen. Damit bleibt es bei der fristgerecht angekündigten Einstellung der analogen Verbreitung der beiden Sender U1 TV (per 31.8.07) und HSE24 (per 30.11.07)", erklärt Cablecom Kommunikationschef Hans-Peter Nehmer gegenüber "persoenlich.com". Die Freigabe zweier Analog-Sendeplätze sei nötig, um die notwendige Kapazität für die neuen HD-Angebote (vorerst vier Sender) zu erhalten. Die Cablecom will jedoch abwarten, wie das Bakom über die beantragte Aufschaltverfügung entscheiden wird.
Die Initianten des Sportfernsehens haben diese Woche beim Bakom ein entsprechendes Gesuch deponiert. Sie fordern vom Bakom, eine vorsorgliche und eine definitive Aufschaltverfügung zu erlassen und damit die Cablecom anzuweisen, U1 im Analognet zu behalten. Wie Bakom-Vizedirektor Matthias Ramsauer gemäss einem Bericht des Berner Bund am Mittwoch vor den Medien erklärte, wird ein Entscheid jedoch nicht vor Ende August fallen. Das Bakom prüfe aber vorerst eine vorsorgliche Verfügung.
Ob das Bakom jedoch U1 einen Platz im Analognetz sichert, ist ungewiss: Gemäss Telecontrol verfügt der Sender zusammen mit HSE24 über die tiefsten Zuschauerzahlen im Analognetz. Bislang erreicht U1 einen mickrigen Marktanteil von 0.3 Prozent. Die Investorengruppe um Weigelt hofft jedoch, dem Sender dank dem Sportfenster zu 3 Prozent Einschaltquote zu verhelfen. Mit welchem Budget sie dieses hoch gesteckte Ziel erreichen wollen, sagen die Initianten nicht. In der Branche wird von bloss 2.5 Millionen Franken gesprochen. Dass sich die hohen Quotenziele der Investorengruppe damit verwirklichen lassen, ist allerdings sehr unwahrscheinlich.

