Die Vereinigung der Freien BerufsjournalistInnen feiert im November 2013 ihr 50-jähriges Bestehen. Der runde Geburtstag wurde mit einem "Fest der Freien" im Hottingersaal in Zürich gefeiert, zu dem neue und langjährige FBZ-Mitglieder und Gäste aus journalistischen Institutionen und Partnervereinigungen eingeladen waren.
Vorteile von Halb-Aussenstehenden
In seiner Gastrede appellierte Politologe Claude Longchamp an die journalistische Widerstandskraft gegen einen auch für eine "Muster-Demokratie" wie die Schweiz gefährlichen Themen- und Medien-Mainstream. "Ich weiss nur zu gut, dass Sie gegenüber den Festangestellten einen Nachteil haben: Wenn gespart wird bei den Medien, dann bei Ihnen zuerst und am stärksten. Doch haben Sie auch einen Vorteil: Als Halb-Aussenstehende sind Sie den Gruppenzwängen, wie es sie in Newsrooms und Redaktionen gibt, weniger ausgeliefert. Deshalb habe Sie auch die grössere Chance, die Kontrapunkte zum Mainstream zu setzten." Ein Mainstream, der laut Lonchamp das demokratische Prinzip der Gleichheit der Menschen unterlaufe, da er den Mächtigen mehr Gehör verschaffe.

"Dîner journalistique"
Am "Fest der Freien" wurde den Gästen live vor Ort ein "Dîner journalistique" zubereitet, in dem bereits zum Apéro "Scharfe Zungen" gereicht wurden. Heisse Eisen fasste der Kulturjournalist und Autor Peter K. Wehrli in seiner Lese-Performance an, als er aus seinem "Katalog von allem" hintersinnige bis kritische Passagen zum Thema Journalismus zu bedenken gab. Das Fest wurde u.a. vom Schweizerischen Verlegerverband unterstützt.
Die Freien BerufsjournalistInnen (FBZ) sind laut eigenen Angaben die einzige unabhängige Vereinigung für Freischaffende in der deutschsprachigen Schweiz. Die FBZ wurden vor 50 Jahren insbesondere von Journalistinnen wie Marie-Thérèse Larcher oder Mabel Zuppinger gegründet, welche sich über die freie Mitarbeit einen Platz in der männerdominierten Schweizer Medienlandschaft zu sichern begannen.
FBZ ist als gemeinnütziger Verein organisiert, Präsidentin und Vorstand arbeiten ehrenamtlich. Die Mitgliedschaft bei den FBZ steht Freischaffenden und seit 2004 auch festangestellten JournalistInnen sowie Institutionen offen, welche mit ihrer Mitgliedschaft zur Stärkung der Freischaffenden beitragen wollen. Die Mitgliedschaft bei den FBZ kostet jährlich 60 Franken.
Ziel der Vereinigung FBZ ist es, die freien JournalistInnen untereinander zu vernetzen und ins Gespräch zu bringen, die Zusammenarbeit und Solidarität zu stärken und die Freischaffenden nach Kräften mit spezifischen Vergünstigungen, Informationen und Dienstleistungen in ihrer freien Berufsausübung zu unterstützen. Der widrigen und teilweise widerlichen Umständen in Sachen Honoraren und Nutzungsrechte zum Trotz ist es zudem Ziel und Wunsch der FBZ, dass die Honorar – und Arbeitsbedingungen der Freischaffenden massgeblich verbessert werden. (pd)
Bilder: Gonzalo Garcia
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