28.03.2019

Weltwoche

Darbellay-Artikel erscheint trotz Gerichtsverbot

Trotz einer superprovisorischen Verfügung ist in der «Weltwoche» ein Artikel über den Walliser CVP-Regierungsrat Christophe Darbellay zu lesen. Im E-Paper sind entsprechende Stellen geschwärzt. Die vorsorgliche Zensur sei «nicht berechtigt», sagt Roger Köppel.
Weltwoche: Darbellay-Artikel erscheint trotz Gerichtsverbot
Die Frontseite der «Weltwoche» mit geschwärzten Stellen. (Bild: persoenlich.com)

In der jüngsten «Weltwoche» ist ein Artikel über den Walliser CVP-Regierungsrat Christophe Darbellay trotz eines Publikationsverbotes erschienen. Für die Printausgabe war die Verfügung eines Zürcher Gerichts zu spät eingetroffen.

Der umstrittene Text von Autor Alex Baur sowie alle Hinweise darauf erschienen am Donnerstag in der elektronischen Ausgabe geschwärzt. In der Printausgabe vom Donnerstag dagegen war der Artikel regulär zu lesen. Als die superprovisorische Verfügung des Zürcher Bezirksgerichts am Mittwochnachmittag eingetroffen sei, sei das Heft bereits gedruckt gewesen und habe sich im Postversand befunden, teilte die «Weltwoche» mit.



Im Artikel geht es um einen Streit rund um Unterhaltszahlungen. Der verheiratete Darbellay hatte Im Vorfeld der Walliser Regierungsratswahlen von 2017 einen Seitensprung gebeichtet, aus dem ein Kind hervorging. Der frühere CVP-Nationalrat und langjährige Parteipräsident ist seit 2017 Walliser Volkswirtschafts- und Bildungsdirektor. Der Agrarwissenschaftler aus Martigny-Combe wurde mit dem drittbesten Resultat in die Regierung gewählt. Der 48-Jährige ist vierfacher Vater.

Ab Minute 5.15 spricht Roger Köppel über die Veröffentlichung des Darbellay-Artikels.

Die «Weltwoche» wehrt sich gegen die vorsorgliche Zensur. Diese sei «nicht berechtigt», sagte Chefredaktor Roger Köppel in einem Video zur Ausgabe. Es handle sich beim Betroffenen um eine öffentliche Person. Auf der zensierten Frontseite der elektronischen Ausgabe sind zum Text einzig die Worte «Familienpolitik» und «Der bizarre Streit» zu lesen. Im Heft prangt anstelle des Textes eine schwarze Fläche mit dem Vermerk, dass diese Publikation aufgrund der Verfügung verboten sei. (sda/wid)



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