Herr Kappeler, was erhoffen Sie sich vom Rebranding der Goldbach-Gruppe? Ist dieser Schritt notwendig?
Die Goldbach Group ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Begonnen haben wir vor über 25 Jahren als Zürcher Lokalradio und nun sind wir eine international tätige Firmengruppe, die den Kunden massgeschneiderte Lösungen für alle Bereiche der elektronischen, interaktiven und mobilen Medien bietet. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo wir alle Produkte, Angebote und Dienstleistungen so benennen wollen, dass sie unter der gleichen Bezeichnung in allen Märkten auftreten können, in denen wir tätig sind. Das Rebranding war nötig, um den Schritt zum internationalen Unternehmen zu schaffen.
Sie wollen Ihr Unternehmen "den künftigen Anforderungen anpassen". Was heisst das?
Wir sind neben der Schweiz in zahlreichen Ländern tätig, in denen auch ganz unterschiedliche Kulturen herrschen und Sprachen gesprochen werden. Um überall klar aufzutreten, braucht es ein einheitliches, klares und nachvollziehbares Branding. Das sind die Anforderungen, die Märkte und Kunden an uns stellen. Unsere Antwort darauf ist die Dachmarke Goldbach, unter die alle Netzwerke und Kompetenzzentren platziert werden. Sie unterscheiden in Netzwerke und Kompetenzzentren. Was sind die Unterschiede? Netzwerke bieten in allen Märkten mit Niederlassungen dieselben Leistungen und Angebote. Die drei Netzwerke sind Goldbach Audience, bisher Adlink Internet Media, Goldbach Interactive als orange8 interactive bekannt, und IP Multimedia heisst neu Goldbach Media. Dazu kommen die Kompetenzzentren wie beispielswiese Goldbach Mobile. Diese sind für eine Region die Spezialisten, welche für die Netzwerke das Know-how und die Leistungen als integrales Angebot zur Verfügung stellen.
Wo liegen die Wachstumsmärkte für Goldbach? Und welchen Stellenwert nimmt die Schweiz ein?
Die Schweiz wird für die Goldbach Group immer ein wichtiger Markt bleiben. In den letzten Jahren haben wir für unsere Produkte und Dienstleistungen aber immer neue Märkte erschlossen, in Deutschland, in Österreich, im adriatischen Raum und insbesondere in Osteuropäischen Ländern. Gerade hier ist der Nachholbedarf riesig und wir betrachten diese Länder als interessante Wachstumsmärkte. Wir sind da gut unterwegs und davon überzeugt, dass wir dort dank klarem Auftritt und vielseitigen Angeboten entlang der ganzen Wertschöpfungskette erfolgreich sein werden.
Sie vermarkten neu auch das Schweizer Werbefenster von Sat.1. Wird aufgrund dieses Duopols mit der Publisuisse TV-Werbung in der Schweiz teurer? Wie kann man unter dem gleichen Dach zwei Konkurrenten wie die RTL-Gruppe und Pro7/Sat.1 vermarkten?
In Tat und Wahrheit verkauft die publisuisse 60 Prozent der Werbezeit auf TV-Kanälen, wir 30 Prozent und andere 10 Prozent: von einem Duopol kann also nicht die Rede sein. Ich gehe auch nicht davon aus, dass die neuen Sender, die wir ab nächstem Jahr anbieten werden, einen grossen Einfluss auf die Preise für Fernsehwerbung haben. Denn schlussendlich sind die TV-Sender untereinander ebenso Konkurrenten. Dass wir sie gleichzeitig vermarkten können, hat vor allem damit zu tun, dass sie von der Qualität unserer Leistungen und der Kompetenz unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überzeugt sind..
Sie beschäftigen momentan europaweit über 400 Mitarbeiter, davon 200 in der Schweiz. Werden Sie sich diesbezüglich in nächster Zeit verändern?
Wir haben immer Wert darauf gelegt, keine überdimensionierte Administration zu führen und sind damit gut gefahren. Neue Aufgaben erfordern aber auch neue Mitarbeiter und so werden wir getreu unserer bisherigen Personalpolitik wo nötig auch weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anstellen. Wir legen ausserdem viel Wert auf die Weiterbildung unserer Equipen und wenden dafür viel Geld auf. Wir wissen, dass sich das lohnt, denn neue Aufgaben machen auch die bisherigen Arbeitsplätze spannender.
(Interview: Matthias Ackeret)
Notiz: Hier die Details zum Rebrandig von Goldbach Media.

