13.09.2018

Tamedia

Der Medienkonzern verabschiedet sich von Boni

Keine Boni mehr für das Kader und die Mitarbeiter von Tamedia: Im Gegenzug erhalten sie ab 2019 einen Anteil am Jahresgewinn.
Tamedia: Der Medienkonzern verabschiedet sich von Boni
Die Tamedia-Mitarbeitenden wurden am Mitttwoch über das neue Entschädigungsmodell informiert. (Bild: Keystone/Melanie Duchene)

Der Medienkonzern hat am Mittwoch seinen Mitarbeitenden eröffnet, dass das bisherige Bonus-Modell abgeschafft wird. Wie «Inside Paradeplatz» berichtet, gibt es für sämtliche Manager und Mitarbeiter ab 2019 keine individuell festgelegte Erfolgsbeteiligung mehr. Anstelle der Boni würden die Tamedia-Mitarbeitenden Anteil am Jahresgewinn erhalten.

Hintergrund bleibt unklar

Die Frage, was Hintergrund dieser Massnahme ist, wird nicht abschliessend geklärt. Tamedia-Sprecher Patrick Matthey begründete gegenüber «Inside Paradeplatz» – und in den gleichen Worten auch gegenüber persoenlich.com – den Entscheid mit der Integration von verschiedenen Firmen in das Medienunternehmen.

Das habe zu einer grossen Vielfalt an Reglementen und zu einer unterschiedlichen Handhabung von Kaderfunktionen geführt: «Durch die angekündigte Anpassung sollen alle Mitarbeitenden in vergleichbaren Funktionen die gleichen Anstellungsbedingungen erhalten», erklärte der Mediensprecher.

Das neue Kadermodell soll Matthey zufolge das Denken und Handeln der Kadermitarbeitenden auf die übergreifenden Unternehmensziele ausrichten: «Aus diesem Grund haben wir entschieden, sämtliche Kadermitarbeitenden am gleichen Ziel zu messen: Dem Ergebnis von Tamedia.»

«Keine Sparmassnahme»

Matthey dementierte, dass es sich um eine Sparmassnahme handle. Sämtliche Anpassungen würden pro Mitarbeitenden jeweils «kostenneutral» umgesetzt, so dass der Jahreslohn insgesamt gleich bleibe.

Auf Anfrage von persoenlich.com präzisiert Michele Paparone, Kommunikationsverantwortlicher bei der Tamedia, diese «Kostenneutralität» folgendermassen: «Wir haben alle Elemente der aktuellen Kompensation als Ausgangsbasis genommen. Aufgrund der Harmonisierung kommt es allenfalls zu Veränderungen der einzelnen Entlöhnungselemente, in der Summe jedoch soll der Mitarbeitende im 2019 auf die Kompensation der Ausgangsbasis kommen.» (as)



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Kommentare

  • Siegrist Stefan, 13.09.2018 19:46 Uhr
    Boni ist sowieso ein Unsinn! Für ein erfolgreiches Unternehmen gilt, seine Mitarbeiter nicht zu Konkurrenten aller Mitarbeitenden zu machen, sondern, die Mitarbeiter zu motivieren, dass alle am gleichen Strick ziehen, auf ein Ziel arbeiten, sich gegenseitig unterstützen und helfen. Boni war noch nie ein gutes Führungsinstrument. Es sei denn, die Unternehmen wollen, dass sich die Angestellten untereinander zerfleischen (kann auch ein Mittel sein, um das oberste Management unangreifbar zu machen, während die unteren Chargen sich bekriegen). Das ist vor allem eine Mentalität bei Grossbanken wie UBS, CS etc. Aber diese Unternehmen haben nicht wirklich einen guten Ruf.......

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