Herr Schawinski, herzliche Gratulation, Sie feiern heute Donnerstag Ihren 70. Geburtstag. Ändert sich dadurch etwas in Ihrem Leben?
Bisher noch gar nichts. Was sollte sich auch?
Das frage ich Sie. Aber trotzdem: Wie feiern Sie diesen Ehrentag?
Am Samstag gibt es eine grosse Party. Auf die freue ich mich riesig.
In Ihrer Biografie schreiben Sie, dass Sie alle sieben Jahre eine radikale Lebensänderung planen. Ist dies nun auch der Fall?
Ich plane nie. Dinge ergeben sich, seltsamerweise meist im Siebenjahrestakt. Vielleicht wird dies auch jetzt geschehen.
Runde Geburtstage sind auch Momente des Zurückschauens: Was bereuen Sie?
Ich bin eigentlich kein Kind von Traurigkeit. Auch jede Niederlage hat mich weitergebracht. Und das ist kein billiger Spruch.
Was betrachten Sie als Ihre grösste Lebensleistung?
Dies ist genau die Frage, die mich überhaupt nicht umtreibt. Die Antwort werden Sie – im Gegensatz zu mir – wahrscheinlich in meinen Nachrufen lesen.
Diese Woche haben Sie auch den "Ehren-Prix-Walo" gewonnen. Was ist für Sie jetzt wichtiger: diese Auszeichnung oder der Geburtstag?
Leben Sie nur noch in der Welt der Listicles? Wie soll ich zwei so unterschiedliche Dinge gegeneinander abwägen? Der Geburtstag ist ein Ereignis, das sich schon seit längerer Zeit angekündigt hat. Die Auszeichnung kam völlig überraschend, wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Sie hat mich vielleicht deshalb besonders gefreut. Und dass die beiden Ereignisse zeitlich so nahe beieinander liegen, ist wahrlich ein echter Glücksfall. Also: alles paletti!
Was sind Ihre nächsten Projekte?
Nächste Projekte? Ist das wirklich notwendig? Aber ich werde persoenlich.com zuerst informieren, wenn mich der Hafer wieder stechen sollte (was ich eigentlich nicht hoffe).
Fragen: Matthias Ackeret

