31.05.2020

Native Ads

Die Medienministerin kündigt Sanktionen an

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga bezeichnet in einem Interview versteckte Werbung als ein gravierendes Problem. Gegenüber der Republik sagt sie, dass sie die Trennung zwischen Werbung und journalistischen Inhalten durchsetzen will.
Native Ads: Die Medienministerin kündigt Sanktionen an
Medienministerin Simonetta Sommaruga pocht darauf, dass Medien journalistische Standards einhalten, wenn der Staat sie unterstützt. (Bild: Keystone/Anthony Anex)

Simonetta Sommaruga sagt Native Advertising den Kampf an. Onlinemedien, die staatlich gefördert werden wollen, müssen journalistische Inhalte und Werbung klar trennen. «Dass Werbung klar gekennzeichnet wird, ist für mich zwingender Bestandteil journalistischer Standards. Redaktionen, die ihre Leser mit versteckter Werbung täuschen, beschädigen ihre Glaubwürdigkeit», sagt die Medienministerin in einem Interview mit der Republik.

Für Sommaruga sind Native Ads zu einem gravierenden Problem geworden. «Ich beobachte seit einiger Zeit, dass Verlage redaktionelle Inhalte und Werbung vermischen und höchstens in ganz kleiner Schrift darauf hinweisen, wenn sie für einen Beitrag Geld erhalten», so Sommaruga. Das widerspreche journalistischen Standards. Man müsse darauf pochen, dass Medien diese einhalten.

Und falls nicht? «Dann müssen wir Verstösse eben sanktionieren», sagt Sommaruga der Republik. «Wie wir dem Gebot der Trennung zwischen Werbung und journalistischen Inhalten zum Erfolg verhelfen, spielt keine Rolle – wir klären das auf Verordnungsebene.» Wichtig sei, dass es gelinge. Deshalb soll in Zukunft auch der Presserat unterstützt werden.

Das Parlament berät zurzeit ein Medienpaket (persoenlich.com berichtete). Ausserdem wurde ein Notpaket beschlossen. (cbe)


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KOMMENTARE

Raphael Weber
03.06.2020 00:30 Uhr
Sanktionen im TV-Bereich wären ebenso wünschenswert. Nachrichtensendungen der CH Media Regionalsender gleichen mehr einer Publireportage wie einer seriösen Berichterstattung. Ebenso der merkliche Abbau von Regionalen Inhalten zugunsten nationaler Themen. Anstelle von Tele M1, Tele1 und TVO und TeleBärn hätte man die Sender auch in TeleZüri A,B,C,D nennen können oder einfach weiter durch nummerieren… TV26, 27, 28, 29… Service Public, in dubio pro Mediashop, Amen.
Victor Brunner
30.05.2020 09:43 Uhr
Jetzt wäre Gelegenheit. Print- und onlineMedien die nicht klar zwischen redaktionellem Teil und Werbung unterscheiden bekommen keine Steuergelder mehr. Es ist ja ein Armutszeugnis wenn die Verleger von grossen und kleinen Portalen, Zeitungen, keine journalistische Verantwortung mehr wahrnehmen!
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