26.09.2016

Verband Schweizer Medien

«Die SRG soll zur Open-Source-Anbieterin werden»

Der neue Präsident Pietro Supino veröffentlicht seine Rede von Bern zur Zukunft des Service Public im «Tages-Anzeiger».
Verband Schweizer Medien: «Die SRG soll zur Open-Source-Anbieterin werden»
Der neue VSM-Präsident: Pietro Supino am Donnerstag auf dem Podium des Swiss Media Forum in Luzern. (Bild: eveni.to)

Unter dem Titel «Neue Regeln für den Service public» hat der frischgewählte Verlegerpräsident am Samstag im Tages-Anzeiger einen ganzseitigen Essay veröffentlicht. Zwar ist das in der Zeitung nicht deklariert, doch: Dieser Text entspricht 1:1 Supinos Rede, die er Anfang September an der vom Verband Schweizer Medien organisierten Service-Public-Tag in Bern gehalten hat (persoenlich.com berichtete). Darin plädiert er für ein «offenes und freies System» und eine Beschränkung der SRG.

Komplementäres Mediensystem

Es brauche keine neuen Änderungen im System, sondern nur «eine Rückbesinnung der SRG auf ihre Aufgaben», schreibt Supino. Die SRG solle sich nicht als ein marktwirtschaftliches Unternehmen, sondern als eine öffentliche Institution verstehen. Zudem müsse sie anerkennen, dass das Privileg der Gebührenfinanzierung mit einer Verpflichtung zur Rücksichtnahme einhergehe. «Das Ziel der SRG sollte nicht ihre maximale Ausbreitung ohne Rücksicht auf die anderen Medienanbieter sein, und sie sollte auch nicht anstreben, zum Angelpunkt des Schweizer Mediensystems zu werden. Vielmehr sollte die SRG in einem komplementären Mediensystem zu einem möglichst reichen Gesamtangebot beitragen.»

SRG soll Inhalte herstellen, Private sollen sie verbreiten

Supino fordert «neue Spielregeln», etwa Werbebeschränkungen oder inhaltliche Vorgaben, zum Beispiel in Form eines festen Anteils schweizerischer Inhalte.

Über die künftige SRG hat der neue Verlegerpräsident bereits eine klare Vorstellung: «Persönlich schlage ich vor, die SRG in Richtung einer Open-Source-Anbieterin zu entwickeln.»

Das Open-Source-Modell heisst, dass von der SRG hergestellten Inhalte nicht nur allen Bürgern zur Verfügung gestellt, sondern gleichzeitig von privaten Medienunternehmen genutzt und weiterverbreitet werden können. «Damit würden öffentlich finanzierte Inhalte mehr Menschen erreichen und hätten eine grössere Ausstrahlung», so Supino.

Zudem sprach sich der Tamedia-Verwaltungsratspräsident für die weitere Subventionierung der Zeitungszustellung per Post aus. Supino: «Denn Zeitungen sind mit Abstand die wichtigsten Medien für die demokratische Meinungsbildung in unserem föderalen Staat». (eh)


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KOMMENTARE

Stef Huber
25.09.2016 23:35 Uhr
Warum soll die Bevölkerung für Content bezahlen, die danach ein privates Medienunternehmen verbreitet? Für die Saläre der Chefs?
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