05.11.2013

Le Temps

Die Übernahmeschlacht ist in vollem Gange

Management-Buy-out ausgeschlossen - gespanntes Warten auf Verkaufsdossiers.
Le Temps: Die Übernahmeschlacht ist in vollem Gange

Nachdem die Besitzer-Verlage Ringier und Tamedia (mit je 46,2 % der Aktien) am Dienstag eine weitere Diskussion über einen Management-Buy-out durch die Direktion der Tageszeitung "Le Temps" ausgeschlossen hat, bleiben zahlreiche andere Interessenten an einer Übernahme der Aktienmehrheit im Rennen.

Zahlreiche Interessenten
Als Erster hatte sich Antoine Hubert von der finanzkräftigen Aevis Holding, Besitzerin einer Privatklinik-Gruppe und der Wirtschaftszeitung Agefi (zu 49%) gemeldet. Gleich darauf gab Uhrenfabrikant Jean-Claude Biver, Präsident von Hublot (LVMH-Gruppe), bekannt, dass er die Zeitung allein kaufen möchte. Konkrete Übernahmelust zeigen auch Christoph Blocher und Tito Tettamanti, die Besitzer der "Basler Zeitung". Neuerdings ist von der Falkenstrasse zu hören, dass sich auch die NZZ-Gruppe gut vorstellen kann, bei einer Übernahme von "Le Temps" im nationalen Anzeigenmarkt bessere Synergien zu nutzen. Zwei namentlich nicht an die Öffentlichkeit getretene Financiers aus Frankreich haben dem Vernehmen nach ebenfalls Interesse angemeldet.


Warten auf Verkaufsdossiers
Die Übernahme-Interessenten warten seit bald einem Monat auf die versprochene Zustellung des Verkaufsdossiers. Es soll diese Woche eintreffen. Die Verspätung hat Gerüchten Auftrieb gegeben, denen zufolge beide Verlage gar nicht an einem Verkauf interessiert sind, oder dass sie nicht damit gerechnet haben, dass wirklich ernsthafte und finanzstarke Käufer auftreten würden oder aber, dass nachträglich “die Braut noch schön gemacht” werden sollte, sprich der Business-Plan für die nächsten drei Jahre, der vom VR längst verabschiedet worden ist, etwas nachgebessert wurde, in der Hoffnung, einen stolzeren Verkaufspreis herauszuholen.

Le Temps gilt als welsches Referenzblatt
In der Westschweiz beobachtet die Leserschaft der Zeitung, die sich aus den einflussreichen Kreisen von Politik, Kultur und Wirtschaft rekrutiert, mit grösstem Interesse, was "die Zürcher" mit ihrer Zeitung anstellen werden wollen. Die einzige dem oberen Segment zuzurechnende Zeitung gilt als Referenzblatt, das die Anliegen der Westschweiz am besten gesamtschweizerisch darstellt und vertritt. Deshalb wird auch erwartet, dass der Handel um die Zukunft von "Le Temps" mit einem Höchstmass an Transparenz über die Bühne geht. (ma)


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