25.06.2023

SRF

Direktorin Wappler fusioniert Audio und News Digital

Die anstehende Neubesetzung der Chefredaktion Audio nutzt SRF-Direktorin Nathalie Wappler für eine Reorganisation der Abteilung. Die Fusion mit News Digital soll den Standort Bern stärken.
SRF: Direktorin Wappler fusioniert Audio und News Digital
«Mir ist die Verankerung in den Regionen wichtig»: Darum stärkt SRF-Direktorin Wappler den Standort Bern. (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

Ende Oktober gibt Lis Borner, die langjährige Chefredaktorin Audio von SRF (vormals Radio), ihre Führungsaufgaben ab. Wie SRF-Direktorin Nathalie Wappler nun entschieden hat, soll die Nachfolgerin oder der Nachfolger künftig auch den Bereich News Digital leiten, der mit der Chefredaktion Audio verschmilzt. Für die Leitung der neuen, grösseren Abteilung sieht Wappler eine zweiköpfige Chefredaktion am Standort Bern vor. Das teilte SRF am Freitag mit.

Der vor drei Jahren neu geschaffene Bereich News Digital verantwortet heute alle Angebote von SRF News im Web, die News App sowie die Social-Media-Kanäle. Er dient damit sowohl der Chefredaktion Video (vormals Fernsehen), als auch der Chefredaktion Audio (früher Radio).

Die Zusammenführung von Audio und News Digital sei keine Sparmassnahme und solle auch nicht zu einem Stellenabbau führen, versicherte Wappler gegenüber dem Personal in einer Fragerunde am Donnerstag. Ebenso sei kein erneuter Umzug von Personal geplant zwischen den Standorten Bern und Zürich. 2021 hatte SRF das Programm SRF 4 News und die Radionachrichten aus Bern abgezogen. Rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mussten das Radiostudio Bern verlassen.

News App stärken

Das publizistische Ziel der Fusion sei es, die beiden schnellsten Medienvektoren, also Audio und Online, näher zusammenzubringen und damit vor allem die News App zu stärken. In den letzten Jahren hatte SRF viel investiert, um die App weiterzuentwickeln und als wichtigsten Onlinevektor zu positionieren.

Auf der Ebene der Unternehmensstruktur will Nathalie Wappler mit dem angekündigten Schritt den Standort Bern stärken. Ausgangspunkt sei für sie die Erklärung, die sie am 5. Mai mit Philipp Schori, dem Präsidenten der SRG Bern Freiburg Wallis, unterzeichnet hat, so Wappler. Unter dem Titel «Gemeinsamer Aufbruch in die mediale Zukunft» hält dieses Dokument unter anderem fest, dass «Bern als journalistischer Standort der SRG weiterentwickelt werden» müsse. Das soll jetzt mit der Erweiterung und Stärkung der Chefredaktion Audio geschehen. Damit ändert sich auch nichts an der Grundstruktur mit zwei getrennten Chefredaktionen, eine für Audio in Bern und eine für Video in Zürich, unter dem Dach von SRF.

Signal an den Nachwuchs

Der Schritt sei auch ein Signal an junge Journalistinnen und Journalisten in Bern, ihnen in Bern attraktive und zeitgemässe Arbeitsmöglichkeiten in den Medien bieten zu können, sagte Wappler. Es gehe ihr aber nicht nur um Bern. «Mir ist die Verankerung in den Regionen wichtig», sagt Wappler.

Auch wenn News Digital nun organisatorisch mit der Chefredaktion Audio in Bern verschmilzt, bleiben zahlreiche Schnittstellen mit der Chefredaktion Video sowie der Audio-/Radioproduktion am Standort Zürich-Leutschenbach bestehen. Deshalb bleiben die Mitarbeitenden der neuen Abteilung weiterhin auf Bern und Zürich verteilt.

Wahl der neuen Chefredaktion im Dezember

Für die Doppelspitze der neuen Abteilung sucht SRF intern und extern nach geeignetem Personal. Ursula Gabathuler, die amtierende Leiterin von News Digital, sei Teil des Prozesses, aber nicht fix gesetzt als künftige Co-Chefin. Im Dezember soll der Verwaltungsrat die Chefredaktion wählen, sodass per 1. Januar 2024 die neue Organisation den Betrieb aufnehmen kann.


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KOMMENTARE

Daniel Andorey
23.06.2023 13:34 Uhr
Zuerst Standort Bern abwickeln, dann gemäss Chefin "weiterentwickeln". Und ich denke, bald wird Online-Auftritt von srf news zurückgebunden (Politik) wie orf.at in Österreich.
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