Der Verwaltungsrat der Keystone-SDA hat bei den Aktionären eine Dividendenausschüttung von 1,4 Millionen Franken beantragt. Impressum werde diesen Antrag an der Generalversammlung vom Freitag ablehnen. Die Begründung, es handle sich nicht um eine neue Dividende, sondern um die Schlussabrechnung des Vollzugs der Fusion, sei nicht nachvollziehbar, heisst es in einer Mitteilung.
Der operative Verlust im Geschäftsjahr 2018 betrage fast zwei Millionen Franken. Die Journalistinnen und Journalisten in der Redaktion seien seit Monaten von immer neuen Sparprogrammen betroffen, unter denen die journalistische Qualität leide. Sogenannt «freiwillige Abgänge» seien an der Tagesordnung. Trotzdem soll ein ausserordentlicher Ertrag von 2,3 Millionen Franken nicht den Reserven zugewiesen, sondern für eine Dividendenausschüttung verwendet werden.
Gleichzeitig wolle sich die Firma im laufenden Jahr vom Bund mit bis zu zwei Millionen Franken unterstützen lassen. Impressum hält ein solches Geschäftsgebaren für wirtschaftlich unvernünftig und der Qualität im Journalismus abträglich. Aus diesem Grund hat Impressum bereits an der GV 2018 die damalige Dividendenausschüttung von 12,4 Millionen Franken abgelehnt und werde zu einer Dividendenausschüttung auch in diesem Jahr Nein sagen.
Mehr Mitarbeitende für die Agentur
Auch die Kommunikations-Gewerkschaft Syndicom kritisiert die Dividendenausschüttung in einer Mitteilung. Durch die Entlassungen und die fortgesetzten freiwilligen Abgänge – seit Anfang 2018 hätten bereits 35 Personen das Unternehmen aus eigenen Stücken verlassen –seien verschiedene Abteilungen der Redaktion chronisch unterbesetzt und viele Angestellte fühlten sich am Anschlag. Zeitdruck, Hektik und Überarbeitung könnten zu Fehlern und Pannen und zu stressbedingten Krankheitsausfällen führen.
Statt den Gewinn von rund 330´000 Franken und die Reserven im Umfang von über 1,2 Millionen Franken den Aktionären zu verteilen, müssten zusätzliche Stellen geschaffen werden, um den hohen Qualitätsansprüchen gerecht werden zu können.
Die Qualitätsleistungen der Schweizerischen Depeschenagentur in Meldungen, Bildern und Videos seien notwendig, um die Grundversorgung der Medien mit den relevanten Informationen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und Sport in drei Sprachen sicherzustellen. Für diese Leistungen an regionale elektronische Medien erhalte die Keystone-SDA seit letztem Jahr bis zu 2 Millionen Franken. Syndicom wie auch politische Exponentinnen und Exponenten von links bis weit ins bürgerliche Lager sowie zahlreiche Kantone hätten diese Förderung unterstützt. Die Leitung von Keystone-SDA riskiere mit ihrer Unternehmensstrategie, diesen breit abgestützten Goodwill zu verlieren. (pd/log)

