Der Schweizerische Eishockeyverband SIHF hat den Swiss Ice Hockey Cup wieder ins Leben gerufen. Am 1. Oktober ist es soweit. Neben den 12 National League A Klubs und den 10 National League B Klubs spielen die 10 besten 1. Liga Klubs um einen weiteren nationalen Titel.
Der Swiss Ice Hockey Cup wird von InfrontRingier zentral vermarktet. Die SRG SSR überträgt den Final live und optional weitere Spiele inklusive Highlights, heisst es in der Mitteilung des Verbands vom April. Ergänzend dazu zeige der Online-Partner Blick.ch weitere Cup-Partien - ein absolutes Novum in der Schweizer Medienlandschaft: Zum ersten Mal überhaupt werden auf einem Newsportal exklusive Sport-Live-Events übertragen. Persoenlich.com hat sich mit Nicolas Pernet, Leiter Marketing Blick-Gruppe, unterhalten.
Herr Pernet, viele Fans beschweren sich bereits jetzt über die zu lange Saison in der Schweizer Eishockeymeisterschaft. Nun kommt auch noch ein Cup hinzu. Denken Sie, dass eine Nachfrage nach einem Eishockey-Cup vorhanden ist?
Davon sind wir fest überzeugt. Schliesslich gehört Eishockey zu den Top-Sportarten der Schweiz. Ziel ist es, mit dem Eishockey-Cup die Tradition erneut ins Leben zu rufen. Beim Fussball funktioniert der "David gegen Goliath"-Charakter bereits bestens und animiert die Leute. Dieser "Groove" tut auch dem Eishockey gut. Für die erste Runde wurden spannende Regionen-Derbys gezogen, welche sich die Fans bestimmt nicht entgehen lassen.
Dementsprechend hatten auch Sie Glück bei der Auslosung.
Der Auftakt ist wirklich gelungen. Gerade die Aufteilung in diese vier Regionen (Mitte, Mitte-Ost, West, Süd) ist spannend. Es sind Paarungen gezogen worden, die man sonst so nicht zu sehen bekommt. Zudem ist es für die Klubs aus den unteren Ligen eine gute Plattform, sich zu präsentieren. Und genau diesen sportlichen Gedanken möchten wir zusammen mit InfrontRingier aufleben lassen.
Wie entstand die Idee den Eishockey-Cup auf Blick-Online live zu übertragen. Wer hatte diese?
Die Initiative kam vom Sportmarketing-Unternehmen InfrontRingier, dem Joint Venture zwischen Ringier und Infront Sports & Media. Sie suchten nebst dem Hauptbroadcastingpartner, dem Schweizer Fernsehen einen weiteren Partner, der die Partien live streamen kann. Der Eishockey-Cup passt hervorragend zum Blick. Für uns war sofort klar, da machen wir mit. Neben der grossen Reichweite von Blick.ch ist natürlich auch die grosse Sportkompetenz des Blicks ein zentraler Faktor dieser Entscheidung.
Ist "Blick" auch für die Produktion zuständig?
Nein, wir übernehmen die Signale von tpc, dem von InfrontRingier beauftragten Produzenten der Cup Livespiele, beteiligen uns aber an den Produktionskosten und streamen dann ausgewählte Spiele auf Blick.ch.
Wieviel Partien werden Sie übertragen?
Blick.ch zeigt jeweils eine bis zu drei Partien parallel. Für die Halbfinals besitzt SRG SSR das Erstzugriffsrecht für die exklusive Live Übertragung in der jeweiligen Sprachregion. Blick.ch wird folglich auf jeden Fall eine Halbfinalpartie live und exklusiv in der Deutschschweiz übertragen können. Das Finale wird exklusiv im Schweizer Fernsehen zu sehen sein, wobei Blick.ch die Übertragung von SRG SSR auch live auf Blick.ch verfügbar machen wird. Dass eine Newsplattform als Haupt-Online-Partner drei Spiele pro Cuprunde gleichzeitig exklusiv überträgt, ist ein Novum in der Schweiz.
Was erhoffen Sie sich von dieser sportlichen Stossrichtung auf Blick-Online?
Verschiedenes. Der Blick-Sport setzt Themen und ist meinungsbildend bei den grossen Publikumssportarten. Dass Blick.ch nun die erste Schweizer Newsseite ist, welche als exklusiver Broadcaster einen Sportevent mitproduziert und zeigt, stärkt die Sportkompetenz zusätzlich. Das Angebot wird mit Bewegbild um einen neuen attraktiven Kanal erweitert. Diese Übertragungen spielen perfekt in unsere strategische Ausrichtung hinein. Denn das Thema Bewegtbild wird für Blick.ch zusehends wichtiger.
Ist der Eishockey-Cup nur der Beginn? Werden in Zukunft noch andere Sportevents live auf Blick-Online zu sehen sein?
Das wird sich zeigen.
Aber es ist ihr Ziel?
Wir wollen Sportthemen künftig vermehrt auch im Bewegtbild-Format anbieten können. Ob dies über solch exklusive Formate geschieht, wird sich zeigen. Denn diese Produktionen sind auch mit hohen Kosten verbunden. Die Übertragung des Eishockey-Cups dient uns auch dazu, erste Erfahrungen zu sammeln und zu sehen, wie unsere Leser dieses neue Angebot annehmen. Wir wollen sehen, inwiefern wir mit diesem Format Reichweite generieren können.
In der Mitteilung ist von den Sponsoring-Paketen die Rede. Sind schon solche verkauft worden? Ist das Interesse der Werbetreibenden vorhanden?
Die von InfrontRingier akquirierten Sponsoren des Cups haben selbstverständlich ein Erstverhandlungsrecht für die Werbepräsenz rund um die Blick Online Live Übertragung. Es finden bereits Gespräche mit Interessenten statt, es ist aber noch nichts unterschrieben. Für Sponsoren generell wird hier natürlich ein interessantes neues Gefäss angeboten.
Kann dieses Format für Blick.ch nicht zum Negativ-Geschäft werden?
Davon gehen wir natürlich nicht aus. Einerseits möchten wir unseren Usern einen interessanten Zusatznutzen bieten. Andererseits ist dies auch für potenzielle Sponsoren sehr interessant. Bei neuen Projekten bleibt immer ein Restrisiko, aber wir sind gerne bereit dieses einzugehen.
Wie läuft so eine Sendung ab? Wer wird die Spiele kommentieren?
Wir arbeiten momentan am Konzept. Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Wir werden sicherlich im Stadion sein, werden also eigene Kommentatoren vor Ort haben. In den Spielpausen wird es voraussichtlich auch Interviews mit Spielern zu sehen geben. Zudem arbeiten wir an einem Studio-Konzept. Welches Konzept schlussendlich das Rennen machen wird, kann momentan noch nicht gesagt werden.
Wenn Sie sich für ein Studio entscheiden, wären dann auch Experten geplant?
Absolut. Ich glaube die User sind hier an sehr gute Qualität aus dem TV gewöhnt, Stichwort: "Sportpanorama", etc. Wenn wir etwas in diese Richtung machen, dann muss es einem hohen qualitativen Standard entsprechen.
Das heisst Sie werden im Studio auch Zuschauer haben?
Nein – so gross ist unsere hauseigenes Studio dann schon nicht. Aber Experten werden die Spiele debattieren.
Werden die angesprochenen Kommentatoren alleine im Stadion sein und selber auch die Interviews in den Spielpausen führen?
Nein. Die Idee ist, dass wir in jedes Stadion drei Leute schicken, zwei Kommentatoren und eine Person, die für die Interviews zuständig sein wird.
Sie haben vorhin von der Kostenbeteiligung gesprochen. Kann man diese prozentual auslegen? Werden Sie sich zu 50 Prozent daran beteiligen?
Genaue Zahlen kann ich nicht nennen. Wir steuern einen Betrag an die Produktion vor Ort und für die Übertragung des Signals bei. Die Kosten sind natürlich auch abhängig vom Konzept, für welches wir uns noch entscheiden. Im Fokus steht das für den User am besten geeignete Streaming-Konzept.
Ist es nicht möglich, beispielsweise erst ab dem Halbfinale ein Studio einzubauen?
Doch. Gerade dank der zeitlichen Spanne zwischen den einzelnen Cup-Runden haben wir genügend Zeit, dies dann spontan zu entscheiden. Nur: Grundsätzlich glaube ich daran, dass man ein Konzept stringent durchziehen sollte.
Wie werden Sie Werbung für das neue Format schalten? Ist das Ihre Hauptaufgabe Herr Pernet?
Das Marketing übernimmt hier die Rolle der Projektleitung und der Bewerbung des neuen Formates. Intern sind neben dem Marketing bei uns natürlich zahlreiche Stellen wie Redaktion, Werbemarkt, IT und WebTV involviert.
Die Projektleiterin arbeitet im Marketing-Team. Sie kümmert sich um all die Teilprojekte, wobei auch sehr viele technische Abklärungen anfallen. Wir müssen sicherstellen, dass uns die Seite nicht zusammenbricht. Drei Streams die parallel laufen sind in dieser Hinsicht auch eine Herausforderung. Zudem müssen wir technisch auch einen möglichen Ansturm auf unsere Seite abfedern können, wobei wir dies gut skalieren könnten.
Ab wann werden Sie aktiv für die Eishockey-Übertragung werben?
Das erste Spiel ist am 1. Oktober 2014. Wir dürfen nicht zu früh damit beginnen, sonst muss man die Leute zu lange bei Stange halten. Wir werden ca. zwei Wochen vorher anfangen das Ganze raufzufahren.
Treiben Sie selber auch Sport?
(lacht) Ja, ich spiele Curling. Obwohl dies ja für viele Leute gar kein Sport ist.
Interview: Marco Lüthi, Bild: zVg.

