11.11.2010

Journalistenmorde

Druck auf Russland wächst

Weltzeitungsverband schickt Mahnbrief an Präsident Medwedew.

Kritische Journalisten müssen in Russland um ihr Leben fürchten: Nach dem prominenten Fall der ermordeten Kreml-Gegnerin Anna Politkowskaja 2006 sorgt nun ein Mordanschlag auf einen Mitarbeiter einer liberalen Tageszeitung für internationale Aufregung. Der Zeitungsreporter Oleg Kashin wurde vor seiner Wohnung in Moskau brutal zusammengeschlagen und liegt nach erfolgter Notoperation im Koma. Der Vorfall hat den Weltzeitungsverband World Association of Newspapers and News Publishers sogar dazu veranlasst, einen Brief an Russlands Präsidenten Dmitry Medwedew zu verfassen, in dem dieser dazu aufgefordert wird, für mehr Sicherheit im Land zu sorgen.

"Wir sind alarmiert von der Kultur der Straflosigkeit, die derartige Attacken gegen Journalisten umgibt", heißt es in dem gemeinsam mit dem World Editors Forum formulierten Schreiben. Die derzeitige Situation in Russland unterdrücke jegliche Form von Kritik und führe zu einer Art Selbstzensur der Medien. "Wir möchten Sie respektvoll daran erinnern, dass es die Pflicht des Staates ist, für ein Umfeld zu sorgen, in dem Journalisten ihren professionellen Aufgaben ohne Furcht vor gewalttätigen Übergriffen nachgehen können", betonen die Branchenvertreter.

Während der Fall Kashin dazu geführt hat, dass internationale Presse- und Zeitungsorganisationen ihren Druck auf die russische Regierung erhöhen, wird bereits von weiteren Übergriffen auf Journalisten im Land berichtet. Neben dem Überfall auf Oleg Kaschin, sollen Unbekannte in den vergangenen Tagen zwei weitere Medienmitarbeiter in Moskau sowie in der Stadt Saratow im Süden des Landes attackiert haben. (sda)


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen