Die grafische Industrie in der Schweiz hat im ersten Quartal 2002 weiterhin unter der schwachen Konjunktur gelitten. Die Ertragslage war erneut schwach. Der Auslastungsgrad der technischen Anlagen sank auf 81 (Vorquartal: 82) Prozent und damit auf das tiefste Niveau seit Januar 1995, wie der Schweizerische Verband für visuelle Kommunikation (Viscom) am Freitag mitteilte. Gemäss einer Umfrage der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) schrumpften die Erträge im ersten Quartal bei 50.2 Prozent der befragten Unternehmen. Am stärksten betroffen war der Druckereibereich mit Ertragsrückgängen bei 57.9 Prozent der Befragten.
Am besten schnitt dagegen die Druckweiterverarbeitung (z.B. Buchbindearbeiten) ab. Hier beklagten nur 23.9 Prozent der Unternehmen tiefere Erträge, während 72.4 Prozent den Stand halten konnten. Auch der Bereich Cross-Media (Druckvorstufe) schnitt mit Ertragsrückgängen bei 37.6 Prozent der Unternehmen besser ab. In diesem Bereich profitierten 6.7 Prozent der Befragten von höheren Erträgen. Ebenfalls leicht rückläufig waren die Beschäftigungszahlen. Detaillierte Zahlen seien nicht erhoben worden, sagte Viscom-Sprecher Peter Reichmuth auf sda-Anfrage. Die von der KOF befragten 119 Betriebe würden aber den jetzigen Beschäftigungsgrad als angemessen beurteilen, heisst es im Communiqué.

