16.08.2022

Die Ostschweiz

«Es gab keinerlei Druck oder Zwang»

Nach vier Jahren verlässt Mitgründer und Chefredaktor Stefan Millius Die Ostschweiz. Im Interview spricht er über seine Beweggründe und zukünftigen Mandate – unter anderem beim Radiosender Kontrafunk.
Die Ostschweiz: «Es gab keinerlei Druck oder Zwang»
«Ich habe gemerkt, dass mir das Schreiben von allen Aufgaben nach wie vor am meisten Freude bereitet»: Stefan Millius verlässt Ende September das Medium Die Ostschweiz. (Bild: zVg)
von Michèle Widmer

Herr Millius, Sie verlassen Die Ostschweiz, welche Sie vor vier Jahren mitgegründet haben. Wie freiwillig ist der Abgang?
Es ist mein Wunsch, weniger unternehmerische Aufgaben wahrnehmen zu müssen. Insofern ist es genau so, wie es in der Mitteilung steht. Es gab keinerlei Druck oder Zwang.

Noch im Mai sagten Sie, dass Die Ostschweiz neben Ihrer Tätigkeit als freier Autor «oberste Priorität hat». Was hat sich seither geändert?
Ich schreibe seither als freier Autor regelmässig für die Weltwoche. Und im Nebelspalter erscheint meine wöchentliche Medienkolumne. Durch diese Engagements habe ich gemerkt, dass mir das Schreiben von allen Aufgaben nach wie vor am meisten Freude bereitet. Es sind immer mehr Kanäle dazugekommen. Und die Ostschweiz ist auf einem guten Kurs.

Hätten Sie rückblickend auf Ihre Arbeit bei Die Ostschweiz in den letzten Jahren etwas anders gemacht?
Im Detail findet man immer etwas. Aber von der grossen Stossrichtung her würde ich heute alles wieder so machen. Die letzten zwei Jahren waren strub. Auch streng und psychisch belastend. Wir wurden durch die Dynamik in der Coronakrise in etwas reingepresst. Ich habe geschrieben, was ich gedacht habe. Das mache ich immer so.

Wie schwer fällt Ihnen der Abschied?
Ich bin eher jemand, der das Feuer macht, anstatt die Glut zu hüten. Ich initiiere und baue gerne Neues auf. Wenn es dann läuft, bin ich nicht mehr am richtigen Platz. Von daher kann ich mich jetzt gut lösen. 

Inwiefern bleiben Sie mit der Ostschweiz verbunden?
Ich bin Miteigentümer und sitze im Verwaltungsrat. Inwiefern ich als Autor weiter für die Ostschweiz tätig sein werde, wird sich zeigen. Das wollten wir bewusst offen lassen. Ich arbeite ab Oktober als freier Autor und will mich damit erst einmal zurechtfinden.

Für welche Medien werden Sie als freier Journalist sonst noch tätig sein?
Ab November übernehme ich ein Mandat für die redaktionelle Mitarbeit beim Radiosender Kontrafunk. Die Details dazu sind noch offen. Ich gehe davon aus, dass in den nächsten Monaten weitere Mandate dazukommen werden.

Und wenn ein Angebot für eine Festanstellung käme – zum Beispiel von der Weltwoche. Würden Sie es annehmen?
Ich bin seit vielen Jahren mein eigener Chef und kann mir nicht vorstellen, fest angestellt zu arbeiten. Es gibt allerdings ein Medium, für das ich eine Ausnahme machen würde. Und das ist die Weltwoche. 



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