27.03.2002

"Es wurde so viel unqualifizierter Humbug geschrieben."

Der Swissfirst-Verwaltungsrat Hans Kaufmann (Bild) hat dem Vernehmen nach unlängst an einer Veranstaltung angedeutet, Ziel der neuen Jean Frey-Investoren sei es, eine Übernahme durch Ringier zu verhindern. Gegenüber "persoenlich.com" bezieht der SVP-Nationalrat, der hauptberuflich Wirtschaftsberater ist, Stellung. Das Interview:
"Es wurde so viel unqualifizierter Humbug geschrieben."

Sie haben unlängst an einer Politiker-Veranstaltung gesagt, das Ziel des Kaufs der Jean Frey AG durch die Swissfirst sei zu verhindern, dass JF an Ringier geht. War das die Absicht?

Das kann ich so nicht ganz bestätigen. Gesagt habe ich lediglich, einige Investoren seien durchaus für eine unabhängige Lösung. Das wurde vermutlich überinterpretiert. Meiner Meinung nach muss es letztlich finanziell aufgehen.

Sie haben die Aussage also nicht gemacht?

Nein, so nicht. Aber die Implikation ist klar: Eine unabhängige Lösung bedeutet zwangsläufig eine Lösung ohne Ringier.

Ziel der Investoren ist demnach nicht, eine Konzentration auf dem Pressemarkt zu verhindern?

Nein, das war nicht das primäre Ziel. - Wissen Sie, es wurde so viel unqualifizierter Humbug geschrieben. Es wurde beispielsweise behauptet, die Swissfirst müsse auf meine politische Tätigkeit Rücksicht nehmen. Das stimmt nicht. Aber eigentlich bin ich froh um den Humbug. Wenn die Investoren bekannt gegeben werden, wird man der Realität mit den Spekulationen vergleichen können und man wird sehen, wie falsch und unbegründet die Unterstellungen waren.

Haben Sie denn den Eindruck, es sei eine Kampagne inszeniert worden?

Ja, es wurde eine Kampagne gefahren. Die vielen unwahren Gerüchte zeigen, wie unqualifiziert diese Journalisten sind und wie wichtig eine weitere Pressegruppe für die Schweiz ist.

Man könnte der Swissfirst unterstellen, sie habe den Preis so lange hochgetrieben, bis Ringier bei 80 Millionen ausstieg.

Letztlich sind solche Transaktionen immer eine Frage des Preises.

Hätte Ringier die 80 Millionen plus weitere 30 zur Sanierung einzelner Titel bezahlt, dann hätte die Swissfirst den Zuschlag also erteilt?

80 Millionen wurden nie genannt, wir haben so etwas nie kommuniziert. Das müssen die Anderen gewesen sein.


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