05.08.2015

Leipziger Medienpreis

Filmemacher Jafar Panahi und Autor Nedim Sener ausgezeichnet

Der Preis ehrt das Engagement der beiden für das freie Wort in ihren Heimatländern.

Der iranische Regisseur Jafar Panahi ("Taxi Teheran") und der türkischstämmige Journalist Nedim Sener erhalten den Leipziger Medienpreis. Der mit insgesamt 30'000 Euro dotierte "Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien" wird am 8. Oktober verliehen, wie die Preisstifter am Mittwoch mitteilten.

Panahi ist einer der bekanntesten Regisseure seiner Generation aus dem Iran. Auf der diesjährigen Berlinale bekam sein "Taxi Teheran" den Goldenen Bären als bester Film. Dem iranischen Regime ist Panahi ein Dorn im Auge. Wegen Kritik an der Regierung wurde er 2010 zu sechs Jahren Haft und einem 20-jährigen Berufs- und Ausreiseverbot verurteilt. Er dreht dennoch weiter." Er ist als Filmemacher für sein künstlerisches Werk vielfach geehrt worden. Der Jury war es ein besonderes Anliegen, ihn auch als einen Streiter für die Liberalisierung in seiner Heimat Iran zu ehren", heisst es in der Begründung der Leipziger Jury.
 
Sener, 1966 in Deutschland geboren, arbeitet für verschiedene türkische Zeitungen. Er recherchierte auch über den Mord an Hrant Dink, Herausgeber der türkisch-armenischen Wochenzeitung "Agos", und veröffentlichte mehrere Bücher; etwa über Korruption, Betrug, organisierte Kriminalität.
 
Zusammen mit mehreren Kollegen sass Sener wegen des Vorwurfs der Verschwörung mehr als ein Jahr in Haft. In der Begründung der Jury heisst es: "Sener lässt sich von diesen Einschüchterungsversuchen nicht beeindrucken und nimmt für seine Suche nach der Wahrheit und den Kampf um die Freiheit der Berichterstattung grosse persönliche Opfer in Kauf." (sda/dpa)

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