Eine grosse Dokufiction-Reihe über wichtige Protagonisten der Landesgeschichte, aber keine Frauen im Fokus – das sorgte in den vergangenen Wochen seit der Präsentation des SRG-Themenmonats für Gesprächsstoff. Die Frauen seien nicht berücksichtigt worden, Roger de Weck habe sie aus dem Programm gekickt, hiess es (persoenlich.com berichtete). Projektleiter Mariano Tschuor sprach davon, "keine Geschichtsverfälschung" machen zu können, denn in den behandelten Epochen habe schlicht keine Frau im Vordergrund gestanden (Interview mit persoenlich.com).
Nun gibt es von Seiten SRF eine neue Entwicklung: Für Donnerstag, den 7. November 2013 ist ein laut Medienmitteilung "grosser Themenabend" geplant. Darin stehen die Geschichte der Schweiz und die Rolle der Frau im Zentrum. Im Anschluss an den ersten Teil der Dokufiction-Reihe folgen ein "Club Extra" zum Thema "Wo sind die Schweizerinnen?", die Dokumentation "Die bekannte Unbekannte – Sophie Taeuber-Arp" sowie der zweite Teil des "Club Extra" zum Thema "Warum brauchen wir Mythen?".
persoenlich.com fragte bei SRF nach, ob der Themenabend ausschliesslich aufgrund der Kritik der vernachlässigten Frauen im Themenmonat eingeplant worden sei. Andrea Hemmi, Leiterin Kommunikation bei SRF, erklärte, dass lediglich der "Club Extra" als Antwort auf die öffentliche Debatte zu betrachten sei. "Es ist selbstverständlich, dass SRF sich auch aktuell an dieser Diskussion beteiligt." Es sei sehr erfreulich, dass bereits vor Ausstrahlung des Grossprojektes eine "engagierte Diskussion über das Frauenbild in der Geschichte geführt wird".

Andrea Hemmi, Leiterin Kommunikation SRF.
SRF habe in seinem Programm zum Themenmonat jedoch von Beginn weg die Frauen ins Zentrum gerückt, was bisher in der öffentlichen Wahrnehmung zu kurz gekommen sei. Die entbrannte Diskussion beschränke sich nur auf die vier Dokufiction-Filme.
Neben dem Themenabend am 7. November zeigt SRF im November unter anderem Porträts einflussreicher Schweizer Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Beleuchtet werden Leben und Werk von Sophie Taeuber-Arp, S. Corinna Bille sowie Manon und Meret Oppenheim. Weiter diskutiert Katja Gentinetta in "Sternstunde Geschichte" mit ihren Gästen Lebensumstände und Wirkungsmöglichkeiten von Frauen im 14. und 19. Jahrhundert und beschäftigt sich dabei unter anderem mit Agnes von Habsburg und Lydia Welti-Escher. Die Porträtreihe zu den Künstlerinnen sei bereits vor drei Jahren bzw. die "Sternstunde Geschichte"-Folgen vor einem Jahr angedacht worden und seien für den Themenmonat so vorgesehen gewesen, heisst es bei SRF weiter.
Text: Lea Friberg, pd
Der Themenabend zu "Die Schweizer" am Donnerstag, 7. November 2013, auf SRF 1 im Überblick:
- 20.05 Uhr: "Die Schweizer" (Folge 1: Werner Stauffacher und die Schlacht am Morgarten)
- 21.05 Uhr: "Club Extra" – Wo sind die Schweizerinnen? (Moderation: Karin Frei)
- 21.50 Uhr: "Sternstunde extra" – "Die bekannte Unbekannte – Sophie Taeuber-Arp"
- 22.40 Uhr: "Club Extra" – Warum brauchen wir Mythen? (Moderation: Karin Frei)

