03.04.2025

Hallo SRF!

«G&G» und UKW bewegen weiterhin die Gemüter

Eine Stunde lang konnte sich am Donnerstagmorgen das SRF-Publikum via Radio zum beschlossenen Programmabbau äussern. Direktorin Nathalie Wappler sah sich in ihren Vorgehen bestätigt. Zur Begründung des «G&G»-Aus nannte sie einen bisher öffentlich nicht betonten Aspekt.
Hallo SRF!: «G&G» und UKW bewegen weiterhin die Gemüter
SRF-Direktorin Nathalie Wappler beantwortet Publikumsfragen. Im Bild rechts: Rafael von Matt, Moderator «Forum» Radio SRF. (Bild: zVg/SRF)

Viele Fragen und viele Meinungen: Auf diesen Nenner lässt sich die einstündige Sendung «Hallo SRF!» zu den beschlossenen Abbaumassnahmen bringen. Im Programm von Radio SRF 1 stellte sich Direktorin Nathalie Wappler am Donnerstagmorgen eine Stunde lang live der Kritik des Publikums. Wobei die Redaktion der Sendung «Forum» die Anrufenden auswählte.

Sparvorschläge nach individuellem Geschmack

Die in den Wortmeldungen vorgebrachten Sparvorschläge spiegelten vor allem die persönlichen Vorlieben: Der eine wollte «Meteo» abschaffen, weil sie keine brauchbaren Prognosen zustande bringe. Der andere findet die Verkehrsmeldungen überflüssig, weil diese nur eine kleine Minderheit des Publikums beträfen. Eine Zuschauerin findet drei Kommentatoren bei Fussballspielen überflüssig und stört sich am späten Sendeplatz der «Arena».

Nathalie Wappler wertete diese vielfältigen Vorschläge als Zeichen der Zustimmung. «Es gibt ganz unterschiedliche Vorstellungen davon, was man weglassen könnte. Man hört in der Unterschiedlichkeit, dass wir wichtig sind», so die SRF-Direktorin in der Sendung. Ähnlich wertet sie auch die verschiedenen Unterschriftensammlungen gegen den Abbau: «An den Petitionen merkt man, dass unser Programm beliebt ist», sagte Wappler.

«G&G» bringt zu wenig Werbegeld

Neben den Fragen und Anregungen zu den unterschiedlichsten Sendungen kristallisierte sich breitere Kritik an der Einstellung von «Gesichter & Geschichten» («G&G») heraus. Hier herrscht offenbar weiterhin breites Unverständnis über den Entscheid, die Vorabendsendung einzustellen. Wappler erklärte noch einmal, was sie schon bei anderer Gelegenheit gesagt hat: zu wenig Publikum auf diesem Sendeplatz. Überhaupt verliere der Vorabend an Zuschauerinnen und Zuschauern, was sich wiederum auf die Werbung auswirke. Das heisst: «G&G» musste auch über die Klinge springen, weil das kommerzielle Potenzial abgenommen hat. Eine Begründung, die bisher nicht im Zentrum gestanden hatte.

Zur Sprache kam auch ein anderer Dauerbrenner: Die Abschaltung von UKW, welche die SRG per Ende 2024 vollzogen hatte, beschäftigt die Leute immer noch. Nathalie Wappler schob hier die Verantwortung von sich und erklärte, dass dies nicht ein Entscheid der SRG gewesen sei. «UKW wird Ende 2026 so oder so abgeschaltet. Daher ist es legitim, etwas vorzuziehen, das sowieso kommt», so die SRF-Direktorin. Ausserdem lasse sich mit dem Verzicht auf UKW 15 Millionen Franken einsparen und damit das Programm schonen.

Insgesamt hielt sich der Erkenntnisgewinn nach einer Stunde «Hallo SRF!» mit Nathalie Wappler in Grenzen. Aber darum geht es auch nicht in erster Linie. Wichtiger ist die Ventilfunktion, damit sich das Publikum artikulieren kann und sich ernstgenommen fühlt von dem Medienunternehmen, für das es Geld zu zahlen verpflichtet ist.


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KOMMENTARE

Peter Jaeggi
04.04.2025 07:49 Uhr
In einer Stunde kann man ventilgetrieben das gesamte Programm abschaffen. Wie`s auch immer herauskommt: am Ende rettet die Führung das Medium. Die Verführung der Führung.
Ueli Custer
04.04.2025 07:24 Uhr
Ich habe die Sendung bewusst nicht gehört. Und es ist offenbar auch so herausgekommen, wie ich es geahnt hatte. Viele Einzelwünsche auf Grund persönlicher Vorlieben. Damit ist aber eigentlich niemandem gedient. Ausser den Anrufenden, die sich einmal am Radio produzieren konnten.
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