Nach 21 Jahren wird Looser seine Tätigkeit bei 20 Minuten beenden. Gaudenz Looser habe 20 Minuten als reichweitenstärkste nationale Medienmarke über viele Jahre inspiriert und geprägt, schreibt das Unternehmen in einer Medienmitteilung. Die letzten drei Jahre arbeitete er als stellvertretender Chefredaktor, zuvor leitete er die Gesamtredaktion. Per 1. Juni 2026 wechselt er in die Strategieberatung als Partner bei der Agentur Advsry. Dort wird Looser Unternehmen bei der Entwicklung von Kommunikationsstrategien, in der Positionierung gegenüber Politik und Öffentlichkeit, bei der Implementierung von KI sowie in der Führungs- und Krisenkommunikation begleiten.
Gleichzeitig wird er weiterhin für 20 Minuten als freier Autor, als KI-Experte sowie bei kommerziellen Projekten tätig sein. Seine Nachfolge in der Chefredaktion wird demnächst kommuniziert.
Als Instanz gegen Desinformation positioniert
Unter Loosers Leitung seien bei 20 Minuten zentrale Innovationen umgesetzt worden, würdigt das Unternehmen die Tätigkeit des früheren Chefredaktors. Er habe die Video-Strategie vorangetrieben und das Konzept von «20 Minuten NOW!» verantwortet. Ebenso positionierte er 20 Minuten mit Factchecking als Instanz gegen Desinformation und initiierte das Social Responsibility Board, eine Initiative für eine verantwortungsvolle Sprache. Zuletzt hat Gaudenz Looser ein KI-Ressort lanciert – das einzige einer Schweizer Redaktion.
Der Schaffhauser Journalist kam 2005 als Redaktionsleiter St. Gallen zu 20 Minuten. Danach war er Inlandchef, Nachrichtenchef und Blattmacher. Gaudenz Looser hat am MAZ den Diplomlehrgang für Journalismus absolviert und sich an der ZHAW in Kommunikation sowie an der Hamburg Media School und der Columbia University in Medienmanagement weitergebildet. Seine journalistische Karriere hatte er als Radio-Freelancer während der Schulzeit lanciert. Danach arbeitete er für verschiedene Schweizer Tageszeitungen, bevor er zu 20 Minuten wechselte.
«Wird wohl immer meine grosse Liebe bleiben»
Seinen Abgang kommentiert Gaudenz Looser so: «20 Minuten ist so etwas wie meine grosse Liebe und das wird es wohl immer bleiben. Weil ich weiss, dass dieses längst zur nationalen Ikone gewordene, hervorragend gemachte publizistische Produkt in besten Händen ist, fällt es mir etwas weniger schwer, sie nach 21 Jahren ein bisschen loszulassen. Die Menschen bei 20 Minuten sind mir nahe wie eine Familie. Gleichzeitig reizt es mich enorm, den rasanten Wandel der Welt auch ausserhalb einer Redaktion zu begleiten, das heisst verschiedene Unternehmen zu unterstützen. Die Implementierung von KI, die Disruption im Medienmarkt und die politische Unsicherheit erfordern bei immer komplexeren gesellschaftlichen Kommunikationsbedürfnissen eine ruhige Hand und präzise Übersetzungsarbeit.»
Désirée Pomper, Chefredaktorin 20 Minuten: «Mit Gaudenz Looser verlässt uns ein von allen äusserst geschätzter Kollege und langjähriger Wegbegleiter. Mit journalistischer Klarheit, Tempo und Respekt vor dem Publikum hat er 20 Minuten geprägt. Dafür sagen wir aufrichtig Danke. Wie auch für seinen Innovationsgeist und die ungebrochene Schaffenskraft. Wir wünschen Gaudenz von Herzen viel Freude und Erfolg bei seiner neuen Tätigkeit.» (pd/nil)

