Sieben Jahre nach dem Mord an der kremlkritischen Journalistin Anna Politkowskaja ist in Moskau eine Gedenktafel für die engagierte Reporterin enthüllt worden. Bei der Zeremonie legten Freunde und Angehörige Blumen an der Bronzeplakette vor dem Redaktionsgebäude der Zeitung "Nowaja Gaseta" nieder. Der Chefredaktor der oppositionellen Zeitung, Dmitri Muratow, kritisierte, dass die Hintermänner der Bluttat weiter unbekannt seien. Menschenrechtler vermuten, dass die Spuren der Bluttat bis in Russlands Machtapparat reichen.
"Mögen wir dieser Bronzeplakette bald eine weitere Tafel hinzufügen mit der Aufschrift: Der Auftraggeber des Mordes wurde verurteilt", sagte Muratow, wie die Agentur Interfax am Montag meldete.
Politkowskaja war am 7. Oktober 2006 vor ihrer Wohnung in Moskau erschossen worden. Die mit internationalen Auszeichnungen geehrte Journalistin war eine der schärfsten Gegnerinnen von Kremlchef Wladimir Putin. Politkowskaja hatte vor allem aus dem russischen Konfliktgebiet Tschetschenien im Nordkaukasus über schwerste Menschenrechtsverletzungen berichtet.
In einem derzeit laufenden Prozess sitzen der mutmassliche Todesschütze, der angebliche Organisator des Verbrechens sowie Komplizen auf der Anklagebank des Moskauer Stadtgerichts. (sda)

