20.09.2019

Reporter-Forum

Geschichten hinter den Geschichten

Am Freitag fand zum fünften Mal das Schweizer Reporter-Forum statt. Rund 170 Medienschaffende nahmen teil.
Reporter-Forum: Geschichten hinter den Geschichten
Diskutierten zu Zitatverwendung (v.l.): Aline Wüest (Moderatorin), Barbara Achermann (Zeit), Lukas Mäder (NZZ) und Nicole Döbeli (Landbote). (Bilder: Ruben Sprich)

Reporterinnen und Reporter aus allen Mediengattungen trafen sich in Zürich, um in Workshops an ihrem journalistischen Handwerk zu feilen, über aktuelle Themen zu diskutieren und um die Geschichten hinter den Geschichten zu hören. Die fünfzehn Panels und vier Workshops waren gut besucht, insbesondere auch von freien Journalistinnen sowie Reportern aus den Lokalredaktionen.

Die ehemalige Journalistin und heutige Sek-Lehrerin Gabi Schwegler erzählte, warum sie den Journalismus verlassen hat und was sie dazu gewann: «Als Seklehrerin habe ich endlich, was die Schweizer Medien noch nicht geschafft haben: ein junges Publikum.»

In einem lebhaften Gespräch erzählten Nadia Kailouli und Jonas Schreijäg vom NDR von ihrer Erfahrung, als sie während knapp drei Wochen auf der Sea-Watch 3 mitfuhren, deren Kapitänin Carola Rackete am Ende verhaftet wurde. «Jeden Morgen dachten wir, jetzt fährt Carola Rackete in den Hafen, aber dann kam immer etwas dazwischen», beschrieb Nadia Kailouli den Alltag auf dem Schiff.

Zu grosse Diskussionen führte die «Town Hall», bei der sich alle Teilnehmenden beteiligen konnten. Das Thema beschäftigte sich damit, wie Journalisten heute ihre Zitate gegenlesen lassen. Zwischen «Keine Zeile» und «den ganzen Text» waren alle Voten vertreten (persoenlich.com berichtete).

Nachmittags wurde über den Umgang mit dem Klimawandel, Online-Recherchen der BBC in Kamerun und die Möglichkeiten des Community-Journalismus diskutiert. Ein weiteres Highlight war die Begegnung zwischen Georg Restle (Monitor, WDR) und Susanne Wille (10vor10, SRF), die über die Frage stritten: Wie viel Meinung ertragen die öffentlich-rechtlichen Sender?

Zum Abschluss diskutierten Sarah Serafini (Watson), Olivia Kühni (Republik), Nadine Jürgensen (freie Journalistin) und Elisabeth Raether (Die Zeit) über die Machokultur auf den Redaktionen – und wie diese besiegt werden kann. (pd/lol)



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