Die in der Zentralafrikanischen Republik getötete französische Fotojournalistin Camille Lepage geriet nach jüngsten Erkenntnissen bereits am Wochenende in einen Schusswechsel zwischen muslimischen Rebellen und christlichen Milizen. Soldaten der französischen Friedenstruppe entdeckten die Leiche der 26-Jährigen dann bei einer Fahrzeugkontrolle. Kämpfer der christlichen Milizen (Anti-Balaka) hatten sie offensichtlich mitgenommen. Die junge Frau soll keine schusssichere Weste getragen haben.
Lepage hatte Fotos aus dem bitterarmen Land unter anderem an die französische Tageszeitung "Libération" verkauft, ihre Bilder erschienen auch in der "New York Times" oder dem "Guardian". Der "Spiegel" hatte Ende 2013 ein Bild von Lepage aus dem Südsudan gedruckt. Dorthin hatte sie zuletzt ihren Lebensmittelpunkt verlegt.
Präsident Hollande fordert sofortige Aufklärung
Die Abgeordneten der französischen Nationalversammlung gedachten der Getöteten am Mittwoch mit einer Schweigeminute. Präsident François Hollande hatte bereits am Dienstagabend eine sofortige Aufklärung des "Mordes" gefordert und die Entsendung von Ermittlern an den Tatort nahe der Stadt Bouar angekündigt.
Die frühere Kolonialmacht Frankreich ist derzeit mit rund 2000 Soldaten in der Zentralafrikanischen Republik präsent. Hintergrund des Einsatzes sind die Kämpfe zwischen den muslimischen Rebellen und christlichen Milizen. (sda)

